Advertisement

Die Organisation des Kurpfuschertums

  • Heinrich Kantor

Zusammenfassung

Die Kurpfuschereifreiheit hat in Deutschland die Zahl der unapprobierten Krankenbehandler nicht nur um Tausende vermehrt, sondern auch mit starken materiellen Mitteln versehen. Mit diesen wiederum schuf man sich neuen Einfluß auf die Presse, auf abhängige Kreise, man schuf vor allem auch eine ausgedehnte Organisation, die früher für das „ehrlose“ Gewerbe unmöglich gewesen wäre. Die Organisation wirkte dann wiederum machtsteigernd, und ihre auf Massenwirkung abzielende Kraft wurde durch Zusammenschluß mehrerer Verbände noch besonders verwertet, als es galt, gegen das von der Regierung im Reichstage seinerzeit eingebrachte Kurpfuschergesetz Abwehrmaßregeln zu ergreifen. So hatte sich eine Vereinigung zur Erhaltung der Kurierfreiheit gebildet, welcher „der Deutsche Bund der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweise“, gemeinhin Naturheilvereinsbund genannt, mit seinen Tausenden von Mitgliedern angeschlossen war. Eine Organisation für sich bildete die Gruppe von Heilgewerbetreibenden im „Deutschen Verein der Naturheilkundigen“. Außerdem bestand noch ein „Bund für freie Heilkunst“, derspätere „Zentralverband für Parität der Heil methoden“, unter dem „Präsidenten“ Gottlieb. Letzterer behauptete, 40 000 Mitglieder in seinem Bunde zu zählen und 3 000 000 Anhänger zu repräsentieren4).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1917

Authors and Affiliations

  • Heinrich Kantor

There are no affiliations available

Personalised recommendations