Zusammenfassung

Der Wissens- und Verständnistrieb des Menschen hat sich seit den ältesten Zeiten Theorien über die Entstehung der Welt, den Zweck des menschlichen Daseins, die Entstehung der kosmischen Erscheinungen, die Bedeutung des Bösen und über tausend andere für ihn wichtige Dinge gemacht, Theorien, die keinen Realitätswert haben. Die Menschheit hat in Zauber und Gebet das Schicksal zu wenden gesucht, sie hat mit Mitteln, denen keine Wirkung zukommt, Krankheiten bekämpft und auf viele andre Weise ihre Kräfte unnütz und schädlich angewendet. Die Primitiven haben Tabuvorschriften ausgeheckt, die für unser Empfinden unerträgliche Ansprüche an ihre geistige und körperliche Energie, ihre Zeit und ihre Bequemlichkeit stellen, und die nicht nur unnütz, sondern oft auch geradezu schädlich sind.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1).
    Bleuler, Autist. Denken. Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische Forschungen. Band IV. 1912.Google Scholar
  2. 1).
    Es gibt Wissenschaften, die ihre Schlüsse ziehen müssen aus noch spärlicherem Material und unter kaum weniger komplizierten Verhältnissen als Medizin, Zoologie und Botanik. So die Linguistik, die vergleichende und erklärende Mythologie, deren Hypothesen manchen zunächst ziemlich in der Luft zu hängen scheinen. Und doch kommen auch diese Wissenschaften ganz hübsch vorwärts.Google Scholar
  3. 2).
    Rüdin, Zur Vererbung und Neuentstehung der Dementia praecox. Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie. Heft 12. Springer, Berlin 1916.Google Scholar
  4. 3).
    Bleuler, Mendelismus bei Psychosen, speziell bei der Schizophrenie. Schweizer Archiv f. Neurol, u. Psychiatrie. 1917. S. 19.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1919

Authors and Affiliations

  • E. Bleuler
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

Personalised recommendations