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Die innere Beweglichkeit der Moleküle

  • H. A. Stuart
Part of the Struktur und Eigenschaften der Materie in Einzeldarstellungen book series (STRUKTUR, volume 14)

Zusammenfassung

Schon in der klassischen Stereochemie betrachtete man die durch die Valenzwinkel gegebenen Atomlagen nicht als starr, sondern sah in ihnen durch das Valenzwinkelgerüst bestimmte, besonders stabile Gleichgewichtslagen. Abweichungen von diesen Lagen sind nur möglich, wenn die zur Deformation der Valenzwinkel nötige Energie irgendwoher geliefert worden ist. Ein Molekül, das merklich anormale Valenzwinkel enthält, besitzt also eine höhere innere Energie, steht also unter einer inneren Spannung, Diese Überlegung, übertragen auf die tetraedersymmetrische Lage benachbarter Kohlenstoff atome, ist der Inhalt der Bayerschen Spannungstheorie 1. Vergleicht man also die innere Energie mit den Abweichungen der Valenzwinkel vom Normalwert von 110°, so hat man damit eine Methode, deren Stabilität zu bestimmen. Die innere Energie erhält man am besten aus der Verbrennungs-wärme, die für strukturisomere kettenförmige Kohlenwasserstoffe mit gleichem Bindungszustand der Atome praktisch gleich ist und die innerhalb einer homologen Reihe für jede CH2-Gruppe nahezu um denselben Betrag, nämlich um 156–158kcal/Mol ansteigt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1934

Authors and Affiliations

  • H. A. Stuart
    • 1
  1. 1.Universität Königsberg i. Pr.Deutschland

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