Die Erkrankungen der Linse

  • Wolfgang Leydhecker
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Zusammenfassung

Struktur und Erkrankungsarten der Linse versteht man nur im Lichte der Entwicklungsgeschichte. Schon im ersten Fetalmonat stülpt sich eine blasenförmige Abschnürung des Ektoderms in den Becher der sekundären Augenblase ein (Abb. 136). Bald trennt sich die Einstülpung von dem Ektoderm vollständig durch Zwischenschieben einer Mesodermschicht (Anlage des Irisvorderblattes und der Hornhaut). Während der Epithelzellenbelag der vorderen Wandung des so entstandenen Linsensäckchens aus annähernd kubischen Zellen zusammengesetzt bleibt, strecken sich die Zellen der rückwärtigen Wand und bilden so einen in das klare Innere vorspringenden Wulst. Wir haben schon den Typus des Linsenbaues vor uns (Abb. 137): Vorn einschichtiges schmales Epithel, hinten aus Epithelzellen durch Längenwachstum entstandene Fasern. Wo sich die Vorderfläche der Linse mit der Hinterfläche trifft, am Äquator, gehen die Epithelzellen allmählich in die Fasern über. Bald bilden die Zellen eine Kapsel, die somit auch rein epithelialer Herkunft ist wie die Linsensubstanz selbst. Beim weiteren Wachstum füllen die Linsenfasern das Innere der ehemaligen Blase völlig aus. Um die zuerst ausgebildeten Fasern legen sich durch Auswachsen neuer Epithelzellen am Äquator immer wieder junge Faser schichten schalenartig herum. Die Linse wächst also nur per appositionem.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Leydhecker
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik WürzburgDeutschland

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