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Indien als Gastland für JI-Projekte

  • Wolfgang Bräuer
  • Oliver Kopp
  • Roland Rösch
Chapter
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Part of the Umwelt und Ressourcenökonomie book series (UMWELTRESS)

Zusammenfassung

In Indien existiert ein enormes Potential für Klimaschutzmaßnahmen zu relativ niedrigen Vermeidungskosten. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, Treibhausgase zu reduzieren:
  • Substitution von fossilen Energieträgern mit hohem THG-Potential durch fossile Energieträger mit einem niedrigeren Potential oder durch erneuerbare Energien

  • Aufbau terrestrischer Senken

  • Maßnahmen zur Effiziensteigerung und Energieeinsparung

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Literatur

  1. 125.
    Im Rahmen des nationalen Energieeffizienzprogrammes der Regierung wurden im achten Fünfjahresplan (1992–97) 3,2 Mrd. US$ für die Einsparung von 5000 MW und sechs Millionen Tonnen Öl im Petroleumsektor ausgewiesen (IEA, 1996: 69).Google Scholar
  2. 126.
    Die indische Auslandsverschuldung beläuft sich auf mehr als ein Drittel des BIP, und die Zinstilgung schluckt mehr als ein Drittel der Exporteinnahmen (Chatterjee und Fecher, 1997: 89).Google Scholar
  3. 127.
    Eine Möglichkeit, das Investitionsrisiko für Energiesparmaßnahmen zu mindern, ist die Finanzierung über sogenannte Energy Saving Companies (ESCO’S). Die ESCO’s führen ein Energie-Audit durch und stellen Technologie für Einsparungsmaßnahmen zur Verfügung. Als Entlohnung für diese Leistungen erhalten die ESCO’S einen vertraglich festgelegten Prozentsatz der Gewinne aus der eingesparten Energie. In Indien können sich ESCO’s jedoch nicht durchsetzen. Ähnlich wie bei JI liegt das Hauptproblem bei der Bestimmung der Baseline. Der Kunde hat gegenüber der ESCO einen Informationsvorsprung (z.B. bezüglich der Auslastung und Laufzeit von Maschinen) und hat daher einen strategischen Vorteil. So hat beispielsweise ein Kraftwerksbetreiber Anreiz, die tatsächlichen Einsparungserfolge zu untertreiben, um die Zahlung an die ESCO zu mindern. Im Gegensatz dazu hat bei JI-Projekten der Investor Anreiz, die Einsparungen zu übertreiben. Aus diesem Grund ist aus ökologischer Sicht eine Finanzierung von ‘Ohne-Reue’-Maßnahmen über ESCO’s der Finanzierung über JI vorzuziehen. Von Seiten indischer ESCO’s wurde als Hauptgrund für das Ausbleiben größerer Investitionen mangelnde Liquidität für die Anschaffung teurerer Technologie angegeben. (Interviews von Oliver Kopp mit ESCO-Unternehmern im südindischen Bangalore — z.B. Intesco Bharuka — im November 1995). Über die GEF könnten zinsfreie Kredite für ESCO’s für die Anschaffung der notwendigen Technologie bereitgestellt werden. Über JI sollten dann jene Projekte durchgeführt werden, die für ESCO’s nicht mehr rentabel sind.Google Scholar
  4. 128.
    Nach Bhattacharyya (1996: 256) betragen die lokalen Umweltschäden durch Benzinverbrauch im indischen Transportsektor 1,01 Rs/ Liter Normalbenzin und 2,62 Rs / Liter Dieselbenzin. Da die Studie viele Aspekte vernachlässigt, muß dieser Wert als untere Grenze angenommen werden. Die Potentiale für positive Externalitäten aus Effizienzverbesserungen im indischen Verkehrssektor sind also groß.Google Scholar
  5. 129.
    Nach amerikanischen Studien liegen die externen Kosten durch Kohleverbrennung bei 2,1–4,9 Cent/kWh — was etwa dem Preis des Stromes selbst entspricht — während die externen Kosten aus Gas um 2/3 niedriger sind (vgl. Soni und Barathan, 1997). Für Indien dürften die Kosten noch höher sein, da sich die indische Kohle durch extreme Schwefel-und Staubhaltigkeit auszeichnet.Google Scholar
  6. 130.
    Die absoluten Kohlevorkommen wurden Anfang 1997 auf 205 Mrd. Tonnen geschätzt, wovon 72 Mrd. Tonnen als gesicherte Resourcen gelten (TERI, 1997).Google Scholar
  7. 131.
    Etwa 14 % der kommerziellen Energie wird importiert, überwiegend in Form von Rohöl und Petroleum-Produkten. Die Ausgaben für Ölimporte werden für das Jahr 1997 auf 245 Mrd. Rs. geschätzt (The Times of India: 17. Juni 1997). Die Substitution durch Erdgas ist ebenso unwahrscheinlich, da Indien auch Erdgasimporteur ist.Google Scholar
  8. 132.
    Vgl. Banholzer, 1996: 57 und Bauer, 1993. Ende 1996 verfügte Indien über neun funktionsfähige Kernkraftreaktoren mit einer Gesamtleistung von 1493 MW. Obwohl davon nur 30% ausgelastet werden, plant die indische Komission für Atomenergie einen Kapazitätszuwachs um weitere 880 MW bis 1998.Google Scholar
  9. 133.
    Die Angaben über die Nettoemissionen aus indischen Wäldern (Rodung — Aufforstung) sind je nach Autor sehr unterschiedlich, so daß die Zahlenangaben mit Vorsicht zu betrachten sind (vgl. Painuly und Parikh, 1997: 228).Google Scholar
  10. 134.
    Parikh (1997 b: 198 f.) bezweifelt, daß dies möglich sein wird: “With his high discount rate, a farmer may trade in his hunger for short term gain; thus satisfying the hunger of industrialized countries for more fuel and hence carbon. It will be difficult to avoid this problem and to confine Joint Implementation projects to wasteland or forests alone, where irrigation, soil quality and labour may not be easily available.”Google Scholar
  11. 135.
    Siehe zur geschichtlichen Entwicklung der Gesetzgebung und der Aufforstungsprogramme Lyska, 1991, Paulus, 1993.Google Scholar
  12. 136.
    Paulus, 1993: 133. Für eine Darstellung des indischen Panchayat-Systems und dessen Bedeutung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, siehe Blair, 1996.Google Scholar
  13. 137.
    Gefunden bei Embree, 1997; Daten aus Asian Development Bank: Climate Change in Asia: India Country Report, ADB, Manila, July 1994. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Jawaharlal Nehru University (vgl TERI, 1997: 283).Google Scholar
  14. 138.
    Die Berechnungen wurden mittels sehr einfacher Modelle durchgeführt, und es wurden eher zu niedrige THG Szenarien zugrunde gelegt (vgl. Embree, 1997). Die monetäre Erfassung von Schäden durch den Klimawandel gestaltet sich äußerst schwierig und so weichen die Prognosen der unterschiedlichen Klimamodelle erheblich voneinander ab. Darüber hinaus erlauben die Modelle nur Berechnungen der Schäden in den verschiedenen Weltregionen. Eine Zuordnung der Schäden auf ein einzelnes Land ist nur annäherungsweise möglich. Für eine Zusammenstellung der Ergebnisse der bekanntesten Studien zur Berechnung der Treibhausschäden siehe Bauer, 1993.Google Scholar
  15. 139.
    Rede des indischen Umweltministers Kamal Nath am 6.4.1995 während der Vertrags-statenkonferenz in Berlin (GOI, 1995).Google Scholar
  16. 140.
    Zitiert aus einem Schreiben des CII vom 7.0ktober 1996 an O. Kopp.Google Scholar
  17. 141.
    Interview mit Mrs. Kavita Sinha von USAID hervor, welches Bert Klaassen (Development Alternatives, Indien) am 5.9.97 durchführte und an O. Kopp weiterleitete.Google Scholar
  18. 142.
    Schreiben des BMU vom 3.9.1997 an O. Kopp. Von TERI wurden folgende Projetvorschläge an die Bundesregierung weitergeleitet: a) Brennstoffwechselprojekt, b) Kraftwär-mekopplungsprojekt (vgl. BMU, 1997b). Die indische Regierung hat keine Projektvorschläge eingereicht.Google Scholar
  19. 143.
    In Artikel 51-(g) der Verfassung heißt es: „It should be the duty of every citizen of India to protect and improve the natural environment including forests, lakes, rivers and wildlife and to have compassion for living creatures.“ Nach der 46. Verfassungsergänzung von 1976 ist der Staat verpflichtet, die Umwelt — also auch das Klima — zu schützen. Da dieser Zusatz jedoch nur in den nicht einklagbaren ‘Directive Principles of State Policy’ formuliert wurde, ist seine praktische Bedeutung sehr begrenzt.Google Scholar
  20. 144.
    Im besonderen Maße gilt dies für den Umweltsektor ‘Luft’. Während die Sektoren Land und Wasser in der State List aufgeführt sind, ist der Sektor ‘Luft’ in keiner der Listen aufgeführt und fällt damit nach Art. 248 der Verfassung in die Gesetzgebungsgewalt der Zentralregierung. Darüber hinaus wird die Zentralregierung durch §6 des Environmental Protection Act ermächtigt, für alle Bundesstaaten verbindliche, auch regional gestaffelte Immissionsgrenzwerte festzulegen.Google Scholar
  21. 145.
    Siehe zu den indischen Umweltinstitutionen u.a. Lyska, 1991 und Saksena 1993. Eine Überblick über die indische Umweltgesetzgebung geben Singh (1996), Desai (1994) Chakraborthi (1994).Google Scholar
  22. 146.
    Die Aufgaben des CPCB im Bereich Luftverschmutzung sind u.a.: die Beratung der Regierung betreffend der Prävention, Kontrolle und Bekämpfung der Luftverschmutzung, Koordination und Bereitstellung von technischer und wissenschaftlicher Beratung für die State Control Boards, Informationsverbreitung, Training und Bewußtseinsbildung, Festlegung von Standards und Grenzwerten, Planung und Koordination von bundesweiten 147 Programmen zur Prävention, Kontrolle und Bekämpfung von Luftverschmutzung (vgl. Saksena, 1993, Kap. 10).Google Scholar
  23. 147.
    Das EVU ist Stellvertreter für alle Unternehmen, Kommunen oder Sektoren, in denen Klimaschutzprojekte durchgeführt werden könnten.Google Scholar
  24. 148.
    So hat TERI bereits TREAT (TERI Repository on Environmental Activities and Trade) gegründet. Unter TREAT soll eine Pipeline für AIJ-Projekte eingerichtet und ein nationales Netzwerk zur Informationssamlung- und Verbreitung geschaffen werden (Dies geht hervor aus einem Schreiben von Preeti Soni, TERI, vom 26.3.1998 an O. Kopp).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Bräuer
  • Oliver Kopp
  • Roland Rösch

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