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Definition, physikalisch-chemische Grundlagen

  • Ludwig Stuckert

Zusammenfassung

Als Email bezeichnet man ein bei verhältnismäßig niederer Temperatur erstarrendes Schmelzgemisch von Silikaten, Boraten und Fluoriden der glasbildenden Elemente, insbesondere des Natriums, Kaliums, Kalziums und Aluminiums sowie des Bleies, das entweder durch die besondere Art seiner Zusammensetzung unter teilweiser Entglasung und Ausscheidung fester oder gasförmiger Stoffe opak erstarrt, oder aber durch Zusatz bestimmter im Glasfluß unlöslicher Stoffe undurchsichtig gemacht wird. Diese Definition grenzt das Email gemäß seiner niederen Schmelztemperatur gegen die verwandten Borosilikat- und Opalgläser ab, während es sich andererseits durch seine Trübung von den an sich gleichartig zusammengesetzten aber durchsichtigen Glasuren unterscheidet. Vielfach werden aber auch diese zu den Emails gerechnet und sollen auch in diesem Buch bei den eigentlichen Emails abgehandelt werden. In rein chemischer und physikalisch-chemischer Hinsicht bestehen zwischen den eben genannten Untergruppen des physikalischen Begriffes „Glas“ keinerlei Unterschiede. Emails, Glasuren und Gläser in engerem Sinn gehen ohne scharfe Übergänge ineinander über. Erst in der technischen Darstellung und Verarbeitung gehen die Begriffe auseinander und erscheinen als selbständige, voneinander getrennte Gebiete wissenschaftlicher Forschung. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Gläsern, deren Bau wir vielfach kennen, ist das Email ein außerordentlich kompliziertes und in seinem Aufbau noch ganz undurchsichtiges Gebilde. Gewiß ist die landläufige Ansicht richtig, daß es sich um eine gegenseitige Lösung der verschiedenen Komponenten handelt, aber welcher Art die aufbauenden Einzelindividuen des Emailflusses sind und wie sie sich gegenseitig beeinflussen, entzieht sich noch völlig unserer Kenntnis. Noch viel schwieriger gestalten sich aber die Verhältnisse, wenn man bedenkt, daß es sich beim Email nicht etwa um ein völlig durchgeschmolzenes, chemisch sich im Gleichgewicht befindliches System handelt, sondern daß die zähe Emailschmelze je nach Art und Dauer der Erhitzung mehr oder minder weit vom Gleichgewicht entfernt ist.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1929

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  • Ludwig Stuckert

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