Beschreibung, Systematik und Nomenklatur der Mineralien. * Entwicklung der Kenntnis ihrer Verbreitung. * Geschichte der mineralogischen Sammlungen und Institute

  • P. Groth

Zusammenfassung

Wie in der Krystallkunde, so kann auch in der Mineralkunde von einer Entwicklung als Wissenschaft weder im Altertum noch im Mittelalter die Rede sein1). Vorbereitet wurde diese durch die Erfahrungen des Bergbaues, welcher seit dem Mittelalter an vielen Orten Deutschlands im Gange war und im Beginn der neueren Zeit dadurch zu großer Blüte gelangte, daß er in einer mehr und mehr rationellen Weise betrieben wurde. Unter den deutschen Gelehrten, welche im 16. Jahrhundert bestrebt waren, die Wissenschaft von dem scholastischen Autoritätsglauben des Mittelalters zu befreien und, soweit sie Naturforscher waren, auf Beobachtungen zu gründen, kommt für die Mineralkunde in erster Linie in Betracht Georg Bauer (lat. Agricola) (22). Dieser, als Arzt in der damals durch ihren Silberreichtum berühmten Bergstadt Joachimstal (daher Joachimstaler-Taler) tätig, wurde dort mit dem Bergbau und dem Hüttenwesen bekannt und widmete sich von da ab fast ausschließlich der wissenschaftlichen Bearbeitung der Erfahrungen, welche im sächsisch-böhmischen Erzgebirge und in anderen Bergbaubezirken gemacht wurden, so daß er mit Recht als Begründer der Bergbau- und Hüttenkunde angesehen wird. Ihm verdanken die mineralogischen Wissenschaften auch so wesentliche Fortschritte in der Kenntnis der einzelnen Mineralstoffe, besonders der Erze, daß man ihn vielfach auch als Begründer der Mineralkunde betrachtet hat1).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • P. Groth
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

Personalised recommendations