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Flammenreactionen

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Zusammenfassung

Nach Bunsen*) lassen sich fast alle Reactionen, welche man mittelst des Löthrohrs erhält, unmittelbar in der nicht leuchtenden Flamme des von ihm construirten Gasbrenners hervorbringen. Die zu diesen Versuchen dienende Lampe (Fig. 17) ist mit einer drenbaren Hülse zum Verschliessen und Oeffnen der Zuglöcher und mit einem Schornstein von solchen Dimensionen versehen, dass die Flamme vollkommen ruhig brennt. Diese Flamme enthält den dunklen Kegel aba, den Flammenmantel adac und die leuchtende Spitze bc besteht; letztere ist nicht sichtbar, wenn die Zuglöcher ganz offen sind, tritt aber hervor, wenn dieselben bis zu einem gewissen Grade geschlossen werden. Es lassen sich in der Flamme sechs Reactionsräume unterscheiden:
  1. 1)

    Die Flammenbasis bei 1, welche die niedrigste Temperatur besitzt und sich besonders dazu eignet, aus einem Geinenge flammenfärbender Substanzen die leichter flüchtigen für sich allein zu verdampfen.

     
  2. 2)

    Der Schmelzraum bei 2; er bietet die höchste Temperatur und man benutzt ihn deswegen zu Prüfungen auf Schmelzbarkeit, Flüchtigkeit etc.

     
  3. 3)

    Der untere Oxydationsraum bei 3, welcher sich besonders zur Oxydation der in Glasflüssen aufgelösten Oxyde eignet.

     
  4. 4)

    Der obere Oxydationsraum bei 4. Derselbe wirkt bei völlig geöffneten Zuglöchern äusserst kräftig. Man nimmt darin alle Röstungen und Oxydationen vor, zu denen nicht eine allzu hohe Temperatur erforderlich ist.

     
  5. 5)

    Der untere Reductionsraum bei 5, welcher zwar nicht mit voller Kraft reducirend wirkt, aber grade deswegen eigenthümliche Reactionen gibt; er ist besonders zu Reductionen auf Kohle und in Glasflüssen geeignet.

     
  6. 6)

    Der obere Reductionsraum bei 6, der über dem dunklen Flammenkegel entsteht, wenn man den Luftzutritt durch allmäliges Schliessen der Zuglöcher verringert. Hat man die leuchtende Spitze zu gross gemacht, so setzt sie Russ ab, was niemals der Fall sein darf. Diesen Theil benutzt man besonders zur Reduction von Metallen, die man in Gestalt von Beschlägen auffangen will.

     

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1881

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