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Bunsens Flammenreaktionen

  • J. Landauer

Zusammenfassung

Nach Bunsen1) lassen sich fast alle Reaktionen, die man mit dem Lötrohr erhält, unmittelbar in der nicht leuchtenden Flamme des von ihm konstruierten Gasbrenners hervorbringen. Die zu diesen Versuchen dienende Lampe (Fig. 21) ist mit einer drehbaren Hülse zum Verschließen und Öffnen der Zuglöcher und mit einem Schornstein von solchen Dimensionen versehen, daß die Flamme vollkommen ruhig brennt. Diese Flamme enthält den dunklen Kegel a b a, den Flammenmantel a d a c und die leuchtende Spitze bc; diese ist nicht sichtbar, wenn die Zuglöcher ganz offen sind, tritt aber hervor, wenn sie bis zu einem gewissen Grade geschlossen werden. Es lassen sich in der Flamme sechs Reaktionsräume unterscheiden:
  1. 1.

    Die Flammenbasis bei 1, welche die niedrigste Temperatur besitzt und sich besonders dazu eignet, aus einem Gemenge flammenfärbender Substanzen die leichter flüchtigen für sich allein zu verdampfen.

     
  2. 2.

    Der Schmelzraum bei 2; er bietet die höchste Temperatur, und man benutzt ihn deswegen zu Prüfungen auf Schmelzbarkeit, Flüchtigkeit usw.

     
  3. 3.

    Der untere Oxydationsraum bei 3, der sich besonders zur Oxydation der in Glasflüssen aufgelösten Oxyde eignet.

     
  4. 4.

    Der obere Oxydationsraum bei 4. Er wirkt bei völlig geöffneten Zuglöchern äußerst kräftig. Man nimmt darin alle Röstungen und Oxydationen vor, zu denen nicht eine allzu hohe Temperatur erforderlich ist.

     
  5. 5.

    Der untere Reduktionsraum bei 5, welcher zwar nicht mit voller Kraft reduzierend wirkt, aber grade deswegen eigentümliche Reaktionen gibt; er ist besonders zu Reduktionen auf Kohle und in Glasflüssen geeignet.

     
  6. 6.

    Der obere Reduktionsraum bei 6, der über dem dunklen Flammenkegel entsteht, wenn man den Luftzutritt durch allmähliches Schließen der Zuglöcher verringert. Hat man die leuchtende Spitze zu groß gemacht, so setzt sie Ruß ab, was niemals der Fall sein darf. Diesen Teil benutzt man besonders zur Reduktion von Metallen, die man in Gestalt von Beschlägen auffangen will.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1908

Authors and Affiliations

  • J. Landauer
    • 1
  1. 1.BraunschweigDeutschland

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