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Über die Pflichten im Operationssaal

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Zusammenfassung

Die gesamten Vorgänge im Operationssaal stehen unter einem mächtigen Gesetz, dem sich alle bedingungslos unterzuordnen haben, dem der Asepsis. Wird gegen dieses Gesetz verstoßen, so ist der Erfolg der Operation in Frage gestellt, Leben und Tod hängen davon ab. Jede Operation ist ein Risiko, das nur bei reibungslosem Ablauf aller Vorgänge im aseptischen Sinne seine Gefahren verliert. Eine Wunde kann nur so lange behandelt werden, wie sie aseptisch bleibt, d. h. nicht infiziert ist. Tritt diese Infektion ein, so ist die Wunde und mit ihr der Gesamtorganismus zum großen Teil der Beeinflussung durch ärztliche Maßnahmen entglitten. Darum hat jeder an seinem Teil dauernd in gespannter und verantwortungsbewußter Aufmerksamkeit, die niemals nachlassen darf, zu arbeiten und jede auch noch so geringfügige Nachlässigkeit zu unterlassen, denn Gesundheit und Leben des anvertrauten Kranken liegt nicht nur in der Hand des operierenden Arztes, sondern ebensosehr in der des Personals des Operationssaales, das die Vorbereitungen zu treffen hat. Ein ungenügend sterilisiertes Verbandmaterial, eine falsch zubereitete Lösung, eine nachlässige Narkosenvorbereitung kann zu den schwerwiegendsten Folgen führen, in erster Linie für den Patienten, aber auch für das Personal, das mit seinem Gewissen, seiner Stellung und seiner bürgerlichen Ehre für den regelrechten Verlauf des Geschehens im Operationssaal einzustehen hat. Man soll sich nicht vorstellen, daß diese Forderung der nicht nachlassenden Pflichterfüllung so leicht ist, im Gegenteil, sie ist schwer und verlangt ganze Menschen mit Charakter und Willen. Wie im Felde nicht nur der unsere größte Bewunderung verdient, der eine auf kurze Zeit zusammengedrängte Höchstleistung vollbringt, sondern vielleicht mehr noch derjenige, der in stiller heldischer Bereitschaft Monat um Monat, Jahr um Jahr zäh und unverdrossen in Feuer und Schlamm unter hundertfacher Opferbereitschaft seinem Vaterlande diente, so liegt auch im Berufsleben das größte Verdienst in der niemals nachlassenden Arbeit, und wenn jener als einer unter vielen nicht in der ihm vielleicht zukommenden Weise belohnt werden konnte, so hat der im schweren Dienst des Operationssaales Arbeitende seinen Lohn nur in der Freude über die einwandfreie Funktion des Betriebes und in der Befriedigung über die Hilfe, die so vielen Kranken gebracht wird, zu suchen und keinen anderen Lohn zu erwarten.

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Notes

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1935

Authors and Affiliations

  1. 1.Chirurgischen Universitätsklinik BerlinDeutschland
  2. 2.Chirurgischen AbteilungStädtischen Krankenhauses StettinStettinPolen

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