Arbeitsbücher

  • Albert Ballewski

Zusammenfassung

Die Benutzung von Arbeitsbüchern, in welche die Arbeiter oder deren Meister alle Arbeiten einschreiben und worin dann von dem Lohnbeamten der Verdienst ausgerechnet wird, ist nur noch in wenigen Fabriken üblich. Die Bücher werden durch die längere Benutzung so verschmutzt, daß oft von den mit Bleistift gemachten Eintragungen verschiedenes nicht mehr zu entziffern ist, und sie daher leicht ihren Zweck verfehlen. In kleineren Fabriken werden die Arbeitsbücher gern verwendet, weil man sich vor jeder Mehrausgabe, welche durch ein anderes Abrechnungssystem entstehen könnte, fürchtet. Wo Arbeitsbücher eingeführt sind, wird gewöhnlich jede weitere Übertragung der darin gemachten Aufzeichnungen unterlassen. Am Schluß einer jeden Lohnperiode werden die Arbeitsbücher aufgerechnet und, wenn viel geschieht, die Endsumme eines jeden derselben in ein mit Lohnbuch bezeichnetes Buch eingetragen. Ein solches Verfahren ist durchaus unzweckmäßig; denn abgesehen davon, daß es nichts Angenehmes ist, beständig mit den vor Schmutz starrenden Heften herumzuwirtschaften, so ist auch das Aufsuchen von Eintragungen, welche man zur Aufstellung von Selbstkostenberechnungen gebraucht, so umständlich und unzuverlässig, daß nur dringend empfohlen werden kann, die Benutzung von Arbeitsbüchern ganz zu unterlassen. Allerdings hat das Arbeitsbuch in kleinen Fabriken ohne besondere Lohnabteilung auch seine angenehmen Seiten, weil dem Meister, der in solchen Betrieben diese Arbeiten besorgen muß, seine Tätigkeit erleichtert wird; trotz alledem machen alle solche Arbeitsbücher einen so unzuverlässigen und wenig geschäftsmäßigen Eindruck, daß man, often gestanden, von einem Werke, wo derartige Abrechnungsverfahren bestehen, nicht viel halten kann. Ist es für einen Meister auch recht einfach, die Arbeiten, welche ein Arbeiter ausgeführt hat, gleich hintereinander aufgeschrieben zu sehen, so daß er nicht mehr nötig hat, weitere Übertragungen machen zu müssen, so versuche man es andererseits einmal, aus solchen Büchern sich alle zu einer größeren Selbstkostenberechnung erforderlichen Lohnangaben zusammen zu suchen, da wird man erst kennen lernen, wie umständlich und unzuverlässig solche Arbeiten ausfallen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1907

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  • Albert Ballewski

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