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Allgemeine pathologische Anatomie

  • Herwig Hamperl

Zusammenfassung

Wenn die gestaltliche Entwicklung des Organismus zu irgendeinem Zeitpunkt gestört ist, entstehen bleibende Abweichungen in seiner äußeren Form und an seinen inneren Organen, die wir als Mißbildungen (Monstra, Terata2) bezeichnen. Wollen wir sie richtig verstehen, so dürfen wir uns nicht auf die Betrachtung der fertigen Mißbildungen beschränken, sondern müssen auf ihre Entstehung zurückgehen, d. h. mehr den krankhaften Vorgang als den krankhaften Zustand ins Auge fassen. Die genaue Kenntnis der normalen Entwicklungsvorgänge ermöglicht es denn auch, die Art der Entwicklungsstörung und den Zeitpunkt ihres Einsetzens (formale Genese) festzustellen.

Literatur

  1. 2.
    Teras (griech.) Wunder. Viele Mißbildungen, wurden im Altertum als Wunder aufgefaßt und waren wohl (unbewußt) richtunggebend für die körperlichen Vorstellungen von Göttern, Halbgöttern und Dämonen. Janus, Sirenen, Cyclopen u. a. m. haben ihr Vorbild in menschlichen Mißbildungen, die jetzt ihrerseits wieder mit den Götternamen belegt werden. Auch als Vorbild für Wappentiere mußten Mißbildungen dienen — der doppelköpfige Adler im österreichischen und der doppeltgeschwänzte Löwe im böhmischen Wappen sind typische Beispiele für Verdoppelung des vorderen und hinteren Körperendes (s. S. 70).Google Scholar
  2. 3.
    Averneinende Vorsilbe; plasso (griech.) bilden; genesis (griech.) Entstehung.Google Scholar
  3. 1.
    Persisto (lat.) verharren.Google Scholar
  4. 2.
    Averneinende Vorsilbe; tresis (griech.) Loch.Google Scholar
  5. 3.
    Oblitero (lat.) ausstreichen, vernichten.Google Scholar
  6. 4.
    Stenos (griech.) eng.Google Scholar
  7. 1.
    Chorizo (griech.) trennen.Google Scholar
  8. 2.
    Margarites (griech.) perlartig.Google Scholar
  9. 3.
    Teras (griech.) Wunder, Mißbildung; genesis (griech.) Entstehung; termino (lat.) beenden. eine Grenze setzen.Google Scholar
  10. 1.
    Autos (griech.) selbst; sitos (griech.) Nahrung.Google Scholar
  11. 2.
    Epi (griech.) auf; gnathos (griech.) Kiefer.Google Scholar
  12. 3.
    Includo (lat.) einschließen.Google Scholar
  13. 1.
    A-verneinende Vorsilbe; kardia (griech.) Herz.Google Scholar
  14. 2.
    Kephale (griech.) Kopf.Google Scholar
  15. 3.
    Cormus (lat.) Rumpf.Google Scholar
  16. 1.
    Nach dem doppelgesichtigen römischen Gott.Google Scholar
  17. 2.
    Pyge (griech.) Steiß.Google Scholar
  18. 3.
    (Lat.) Vollkommen umgedrehte Lage der Eingeweide.Google Scholar
  19. 4.
    Schisis (griech.) Spalt.Google Scholar
  20. 5.
    Topos (griech.) Ort.Google Scholar
  21. 6.
    Averneinende Vorsilbe; melos (griech.) Glied.Google Scholar
  22. 7.
    Phoke (griech.) Seehund; weil die Hände bzw. Füße ähnlich wie beim Seehund die Flossen dem Rumpf unmittelbar aufsitzen.Google Scholar
  23. 1.
    Peros (griech.) verstümmelt.Google Scholar
  24. 2.
    Syn (griech.) mit, zusammen; podos (griech.) Genitiv von Fuß.Google Scholar
  25. 3.
    Nach den griechischen Halbgöttinnen.Google Scholar
  26. 4.
    Daktylos (griech.) Finger.Google Scholar
  27. 5.
    Zusammengezogen aus den griechischen Götternamen Hermes (männlich) und Aphrodite (weiblich).Google Scholar
  28. 6.
    Inter (lat.) zwischen; sexus (lat.) Geschlecht.Google Scholar
  29. 1.
    Crusta (lat.) Kruste, Haut; phlogizo (griech.) in Brand setzen, entzünden.Google Scholar
  30. 2.
    Thrombos (griech.) geronnene Masse.Google Scholar
  31. 1.
    Phlebos (griech.) Genitiv von Vene; lithos (griech.) Stein.Google Scholar
  32. 1.
    Em-ballein (griech.) hinein-werfen.Google Scholar
  33. 2.
    Meta-stase (griech.) Ver-setzung.Google Scholar
  34. 1.
    Stigma (griech.) Stich, Punkt, Zeichen.Google Scholar
  35. 2.
    Personen, bei denen die Wundmale Christi in Form von Hautblutungen an Händen, Füßen und Brust erscheinen.Google Scholar
  36. 1.
    Sugillo (lat.) jemanden blau schlagenGoogle Scholar
  37. 2.
    Suffundo (lat.) darunter gießen (gemeint ist: Blut).Google Scholar
  38. 3.
    Infarcio (lat.) hineinstopfen (nämlich Blut).Google Scholar
  39. 4.
    Petecchia (ital.) Fleckchen.Google Scholar
  40. 5.
    Chymos (griech.) Saft.Google Scholar
  41. 6.
    Staxo (griech.) träufeln.Google Scholar
  42. 7.
    Ptyo (griech.) speien.Google Scholar
  43. 8.
    Apoplesso (griech.) niederschlagen (wegen der bei Gehirnblutungen plötzlich eintreten den Betäubung).Google Scholar
  44. 9.
    Emesis (griech.) Erbrechen.Google Scholar
  45. 1.
    Melaina (griech.) die schwarze (zu ergänzen: Krankheit).Google Scholar
  46. 1.
    Meter (griech.) Mutter bzw. Gebärmutter.Google Scholar
  47. 1.
    Askos (griech.) Schlauch, da die Bauchhöhle mit einem Schlauch verglichen wurde.Google Scholar
  48. 1.
    Derma (griech.) Haut; graphein (griech.) schreiben.Google Scholar
  49. 1.
    Infarcio (lat.) hineinstopfen; hier ist Blut gemeint.Google Scholar
  50. 2.
    Das Medusenhaupt besaß statt Haaren Schlangenleiber.Google Scholar
  51. 3.
    Kyanos (griech.) blau.Google Scholar
  52. 1.
    Hypostasis (griech.) das Heruntertreten.Google Scholar
  53. 2.
    Livor (lat.) bleiartige Farbe.Google Scholar
  54. 1.
    A verneinende Vorsilbe; haima (griech.) Blut.Google Scholar
  55. 2.
    Ischo (griech.) zurückhalten.Google Scholar
  56. 1.
    ln-farcio (lat.) hineinstopfen; das Angestopft-sein (mit Blut) trifft nur für die hämorrhagischen Infarkte zu. Die Bezeichnung „Infarkt° wurde aber auch auf die ähnlich abgegrenzten und aus ähnlichen Ursachen entstehenden anämischen Nekroseherde übertragen.Google Scholar
  57. 1.
    Trans-sudo (lat.) durch-schwitzen.Google Scholar
  58. 2.
    Ex-sudo (lat.) aus-schwitzen.Google Scholar
  59. 1.
    Rückschrittlich von regredior (lat.) zurückgehen.Google Scholar
  60. 2.
    Kata (griech.) herab; bios (griech.) Leben; von WEIGERT geprägter Ausdruck.Google Scholar
  61. 1.
    Phaneros (griech.) sichtbar.Google Scholar
  62. 2.
    (lat.) Zerlegung.Google Scholar
  63. 3.
    Obedo (lat.) prassen.Google Scholar
  64. 1.
    Xanthos (griech.) gelb.Google Scholar
  65. 2.
    A. HAND (geb. 1868), Pädiater, Philadelphia.Google Scholar
  66. 3.
    Vielfach auch ScaüLLEB-CmusTIANSChe Krankheit genannt.Google Scholar
  67. 4.
    A NizirANN (1880–1921), Pädiater, Berlin; L. PICK (geb. 1868), Pathologe, Berlin.Google Scholar
  68. 5.
    P. C. E. GAUCHER (1854–1918), Arzt, Paris.Google Scholar
  69. 6.
    Glykys (griech.) süß; gen (griech.) bedeutet bildend — nämlich süßen Zucker.Google Scholar
  70. 1.
    E. y. GIERKE (geb. 1877), Pathologe, Karlsruhe.Google Scholar
  71. 1.
    Anthrax (griech.) Kohle.Google Scholar
  72. 2.
    Phthisis (griech.) Schwund; ater (lat.) schwarz.Google Scholar
  73. 1.
    Argyros (griech.) Silber.Google Scholar
  74. 2.
    Haima (griech.) Blut; sideros (griech.) Eisen.Google Scholar
  75. 1.
    Ochros (griech.) ockerfarbig; nosos (griech.) Krankheit.Google Scholar
  76. 2.
    Gebildet aus Alkali und hapto (griech.) ergreifen, da sieh der Harn der Kranken bei Alkalizusatz sofort schwarz färbt.Google Scholar
  77. 3.
    Lipos (griech.) Fett; fuscus (lat.) braun.Google Scholar
  78. 1.
    Lipos (griech.) Fett; chroma (griech.) Farbe.Google Scholar
  79. 2.
    Chloros (griech.) grün.Google Scholar
  80. 3.
    Hyalos (griech.) hell, glasig durchscheinend.Google Scholar
  81. 4.
    W. RUSSELL (geb. 1855), Arzt in Edinburgh.Google Scholar
  82. 1.
    Tophos (griech.) Tuffstein wegen der Härte der Knoten.Google Scholar
  83. 1.
    Lithos (griech.) Stein; paidion (griech.) Kind.Google Scholar
  84. 1.
    Arena (lat.); psammos (griech.) Sand.Google Scholar
  85. 1.
    Nekros (griech.) tot.Google Scholar
  86. 2.
    Decumbo (lat.) sich niederlegen.Google Scholar
  87. 3.
    M. RAYNAIID (1839–1881), Arzt, Paris.Google Scholar
  88. 4.
    (Franz.) wörtlich: durchbohrendes Leiden des Fußes.Google Scholar
  89. 1.
    Gangraina (griech.) Brand.Google Scholar
  90. 2.
    Wegen der Ahnlichkeit mit verbranntem Gewebe.Google Scholar
  91. 1.
    Chroma (griech.), Genitiv: chromatos Farbe, gemeint ist Färbbarkeit des Chromatins; lysis (griech.) Lösung.Google Scholar
  92. 1.
    F. A. v. ZENKER (1825–1898), Pathologe, Erlangen.Google Scholar
  93. 1.
    Mikros (griech.) klein; lithos (griech.) Stein.Google Scholar
  94. 1.
    (Lat.) wörtlich: Durch die erste Anstrengung.Google Scholar
  95. 2.
    Leukos (griech.) weiß — wegen der weißen Farbe der vernarbten Stelle.Google Scholar
  96. 1.
    Vicarius (lat.) stellvertretend.Google Scholar
  97. 2.
    Trepho (griech.) ernähren.Google Scholar
  98. 1.
    Autos (griech.) derselbe.Google Scholar
  99. 2.
    Homoios (griech.) ähnlich.Google Scholar
  100. 3.
    Heteros (griech.) ein anderer.Google Scholar
  101. 4.
    J. L. REVERDIN (1842–1929), Chirurg, Genf.Google Scholar
  102. 5.
    K. Tmzascu (1822–1895), Chirurg, Leipzig.Google Scholar
  103. 1.
    CELSUS (etwa 30 v. bis 50 n. Chr.), römischer Enzyklopädist.Google Scholar
  104. 2.
    GALExos (etwa 131–200), griechischer Arzt in Rom.Google Scholar
  105. 1.
    Ex-sudo (lat.) aus-schwitzen.Google Scholar
  106. 1.
    Abscedo (lat.) weggehen, sich absondern.Google Scholar
  107. 2.
    Von „phlego“ (griech.) brennen.Google Scholar
  108. 1.
    Phthisis (griech.) Schwund.Google Scholar
  109. 2.
    A. Gnou (1866–1936), Pathologe, Prag.Google Scholar
  110. 3.
    Phagein (griech.) fressen; kytos (griech.) Zelle.Google Scholar
  111. 2.
    E. METSCHNIKOFF (1845–1916), russischer Biologe in Paris.Google Scholar
  112. 3.
    L. ASCHOFF (1866–1942), Pathologe in Freiburg i. Br.Google Scholar
  113. 1.
    T. LANGHANS (1839–1915), Pathologe, Bern.Google Scholar
  114. 1.
    C. BoECn (1845–1917), Dermatologe, Oslo.Google Scholar
  115. 1.
    Alopekia (griech.) Haarausfall, wie er beim Fuchs (griech.: alopex) auftritt.Google Scholar
  116. 2.
    Plax (griech.) Fläche.Google Scholar
  117. 1.
    macero (lat.) erweichen.Google Scholar
  118. 2.
    Pemphix (griech.) Blase.Google Scholar
  119. 3.
    Rhagas (griech.) Riß.Google Scholar
  120. 4.
    J. HUTCHINSON (1828–1913), engl. Arzt.Google Scholar
  121. 1.
    Rhin (griech.) Nase; skleroma (griech.) Verhärtung.Google Scholar
  122. 2.
    J. v. MIKULICZ+RADECKI (1850–1905), Chirurg, Breslau.Google Scholar
  123. 3.
    Lepra (griech.) Aussatz; von lepo (griech.) schälen.Google Scholar
  124. 1.
    Mutilo (lat.) verstümmeln.Google Scholar
  125. 2.
    Malis (griech.) Rotz.Google Scholar
  126. 3.
    Nach der Landschaft Tulare in Californien, wo die Krankheit zuerst (1911) beobachtet wurde. Jetzt breitet sie sich auch in Mittel- und Osteuropa aus.Google Scholar
  127. 1.
    C. STERNBERG (1872–1935), Pathologe, Wien.Google Scholar
  128. 2.
    Mykes (griech.); fungus (lat.) Pilz.Google Scholar
  129. 1.
    W. FREI (geb. 1885), Dermatologe, Berlin.Google Scholar
  130. 2.
    Rheuma (griech.) das Fließende.Google Scholar
  131. 1.
    Pyr (griech.) Feuer; echo (griech.) haben.Google Scholar
  132. 1.
    (lat.) der gute und lobenswerte Eiter.Google Scholar
  133. 1.
    R. VIRCHGw (1821–1902), Pathologe, Berlin.Google Scholar
  134. 2.
    Siehe dazu S. 208.Google Scholar
  135. 1.
    Anaplasis (griech.) Umgestaltung (HANSEMANN).Google Scholar
  136. 1.
    Recidivus (lat.) das, was wiederkommt.Google Scholar
  137. 1.
    Eidomai (griech.) scheinen.Google Scholar
  138. 2.
    Sarx (griech.) Fleisch; Genitiv: sarkos.Google Scholar
  139. 3.
    Petra (griech.) Stein; factus (lat.) geworden.Google Scholar
  140. 1.
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  141. 1.
    Inos (griech.) Genitiv von „is“ — die Faser.Google Scholar
  142. 1.
    Racemus (lat.) Traube.Google Scholar
  143. 2.
    Telos (griech.) Ende; angos (griech.) Gefäß; ektasis (griech.) Erweiterung.Google Scholar
  144. 3.
    W. OSLER (1849–1919), Internist, Chicago, Oxford.Google Scholar
  145. 1.
    Makros (griech.) groß; cheilos (griech.) Lippe; glotta (griech.) Zunge.Google Scholar
  146. 2.
    Rhabdos (griech.), stria (lat.) Streifen.Google Scholar
  147. 1.
    Leios (griech.), Iaevis (lat.) glatt.Google Scholar
  148. 1.
    Epi (griech.) auf; ulon (griech.) Zahnfleisch.Google Scholar
  149. 2.
    Xanthos (griech.) gelb.Google Scholar
  150. 1.
    Henry Bence Jones (1813–73 Arzt, LondonGoogle Scholar
  151. 2.
    Aus der Zoologie willkürlich übernommene Bezeichnung.Google Scholar
  152. 1.
    Leukos (griech.) weiß; plax (griech.) Platte; Genitiv „plakos“.Google Scholar
  153. 2.
    Pachys (griech.) dick; derma (griech.) Haut.Google Scholar
  154. 3.
    Abgeleitet von „kondos“ (griech.) rund — wegen der Gestalt der ganzen Neubildung.Google Scholar
  155. 1.
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  156. 1.
    Adamas (griech.) Stahl; in übertragenem Sinn auch der Zahnschmelz wegen seiner Härte.Google Scholar
  157. 1.
    Psammos (griech.) Sand.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Herwig Hamperl

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