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Die Tuberkulose des Kindes

  • W. Keller

Zusammenfassung

Unter den verschiedenen Arten von Tuberkelbacillen spielen für die menschliche Pathologie neben dem am häufigsten zu findenden Typus humanus nur der Typus bovinus eine entscheidende, geographisch allerdings sehr verschiedene Rolle. Beide Typen sind für den Menschen hochvirulent. Da die Infektion mit dem Typus bovinus zumeist durch bacillenhaltige Milch zustande kommt, ist der Prozentsatz der bovinen Infektionen durch den jeweiligen Stand der Rindertuberkulosedurchseuchung und durch die Sitte des Rohmilchtrinkens bestimmt. Während besonders aus dem letzteren Grunde der Typus bovinus in England und Dänemark sehr viel häufiger ist, fehlt er in Finnland wegen der praktischen Tuberkulosefreiheit der dortigen Rinder fast völlig und wird in Deutschland im Durchschnitt nur bei 6,45% der Fälle, nach anderen Angaben in 22,5%, nach neueren Feststellungen allerdings in noch höherem Prozentsatz bei Kindern unter 5 Jahren angetroffen. Auch der Anteil des Typus bovinus unter den tödlichen Tuberkulosen ist zum Teil ein sehr beträchtlicher. Er verursacht alle Formen tuberkulöser Organerkrankungen, doch findet man infolge der hauptsächlich dabei vorkommenden stomachalen und intestinalen Infektionsart ganz bestimmte Erkrankungsformen wie die Halslymphdrüsen- oder die Abdominaltuberkulose in den ersten 5 Lebensjahren besonders häufig. Die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Typus humanus und bovinus bestehen hinsichtlich der Virulenz. Während der Typus bovinus für den Menschen und für das Rind sehr virulent ist, erweist sich der Typus humanus zwar für den Menschen, aber nicht oder nur in sehr geringem Maße für das Rind virulent.

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • W. Keller
    • 1
  1. 1.GießenDeutschland

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