Von Augustus bis auf Justinian (529): die griechischrömische Zeit

Zusammenfassung

Ein neuer Wendepunkt in der Entwickelung der griechischen Litteratur trat ein, als die hellenistischen Reiche eins nach dem anderen vor der gewaltigen Roma dahinsanken und von dem allumfassenden Weltreiche aufgesogen wurden. Nach Rom als dem Mittelpunkte des Gesamtstaates wanderte nun auch die griechische Bildung ein und sah sich hier mit offenen Armen empfangen. Da in den Griechen das politische Selbstgefühl längst erloschen war, vollzog sich jetzt um so leichter die Verschmelzung mit der verwandten römischen Geistesbildung. Dazu kam, dafs bald die Kaiser in der gelehrten Beschäftigung ihrer Unterthanen eine Ableitung von dem gefährlichen Felde der Politik erkannten und dieselbe auch äufserlich durch Dotationen und Errichtung von Lehrstühlen (ϑρόνοι, z. B. in Athen durch Hadrian) unterstützten. Und mit den Herrschern wetteifernd strebten nicht nur die alten Bildungsstätten wie Athen, Alexandria, Pergamon, sondern auch Provinzialstädte wie Smyrna, Ephesos, Sidon u. s. w., die lernbegierige Jugend zu sammeln. Das Bedürfnis der Popularisierung und praktischen Verwertung des Wissens führte wieder grössere Rücksicht auf die Form und ein Zurückgehen auf die alten klassischen Muster herbei. So kommt in die griechische Litteratur ein neuer Aufschwung, namentlich bringt es die schulmässige Sophistik, insofern sie auf Ausbildung universaler, eleganter, schlagfertiger Redekunst gerichtet ist, seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. zu einer neuen Blüte.; daneben aber herrscht auch auf anderen Gebieten, besonders auf dem der exakten Wissenschaften, vielfach reges Leben und eifriges Studium der klassischen Vorgänger.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1901

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  • W. Kopp

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