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Wandertrieb · Selbstmord · Heilpädagogik als Fürsorgeerziehung

  • Theodor Heller

Zusammenfassung

Wir können die Betrachtung der psychopathischen Konstitutionen nicht schließen, ohne eines Zustandes zu gedenken, auf dessen Bedeutung Freud und seine Schule mit vollem Nachdruck hingewiesen haben. Ich meine die sexuellen Konstitutionen, welche dadurch gekennzeichnet sind, daß schon von früher Kindheit an sexuelle Beziehungen eine unnatürliche Bedeutung gewinnen und schließlich die Vorherrschaft im Seelenleben erlangen. Auch beim normalen Kind tauchen Spuren sexueller Erregungen schon in der Säuglingszeit auf, gehen aber dann verloren oder bleiben verborgen bis zur Pubertätszeit, in der sexuelle Beziehungen gleichsam die Führung übernehmen und das gesamte Seelenleben umgestalten. Nach den Stürmen der Pubertätszeit tritt aber bei normalen Kindern ein Zustand ein, in welchem die Sexualität ihre dominierende Stellung verliert, indem die betreffenden Triebe beherrscht und zum großen Teil höheren Zielen entgegengeführt, sublimiert werden. Bei den sexuellen Konstitutionen macht sich der Sexualtrieb von Anfang an als der eigentlich bewegende Faktor im Seelenleben geltend, die aus ihm entstehenden Gefühle und Willensrichtungen üben auf alle seelischen Beziehungen eine mächtige Wirkung aus, sie verdichten sich zu sexuellen Komplexen, die jeder höheren geistigen Tätigkeit, jedem Versuch, sich über die Sinnlichkeit zu erheben, als arges Hindernis entgegenstehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • Theodor Heller
    • 1
  1. 1.Erziehungsanstalt Wien-GrinzingÖsterreich

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