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Allgemeine Diagnostik

  • Paul Martini

Zusammenfassung

Die Betrachtung des Kranken beginnt, sobald und so oft der kranke in den „Gesichtskreis“ des Arztes tritt. Sie muß bewußt geübt werden, bis sie dem Arzt zur inneren Notwendigkeit geworden ist und unbewußt und immer wieder stattfindet, Nur mit dem Gesicht kann man einen „Überblick“ gewinnen, von dem weitere Untersuchung wie Anamnese oft ihren Ausgangspunkt nehmen werden. Das Sehen ist fast immer ein sehr zusammengesetzter Vorgang, richtet Sich meist auf Bilder und damit auf eine ganze Reihe verschiedener Qualitäten zugleich: auf Größenverhältnisse, auf Bewegungen, auf Farben und auf songstige Verschiedenheiten der Oberfläche und des bildenden Stoffes. Die optischen Eindrücke werden vom naiven Beobachter benutzt zu einem kombinierten Urteil, über dessen Grundlagen er meist nicht reflektiert, über die er sich damit sehr häufig keine Rechenschaft gibt. Auch im ärztlichen Denken darf solche komplexe Betrachtung ihre Rolle spielen, ja der vielerfahrene Arzt erlebt seine höchste diagnostische Befriedigung und Vollendung in der Krankheitserkennung aus dem Gesamteindruck der Person. Zu diesem letzten Ziele diagnostischen Könnens ist der Weg aber lang, und wer zu früh sich einbildet, das Ziel erreicht zu haben, wird samt seinem Kranken das Opfer seiner Einbildung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Paul Martini
    • 1
  1. 1.Universität BonnBonnDeutschland

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