Bau und Funktion des Fußes und Beines

  • Georg Hohmann

Zusammenfassung

Der menschliche Fuß ist eine der Kunstformen der Natur. Seinem Wesen nach ist er noch nicht völlig erkannt und erklärt, und es bedarf noch mancher wissenschaftlichen Forschung, bis dieses Gebilde in seiner Wesenheit uns völlig klar ist. Wenn wir einen normalen Fuß im Skelet, und zwar „in Form“ nach der sorgsamen Methode Hans Virchows zusammengesetzt vor uns stehen sehen und von allen Seiten betrachten, wie er uns in Abb. 1 und 2 in einem besonders schönen Exemplar erscheint, so tritt vielleicht eine Ahnung seines Wesens in unser Bewußtsein. Alle die verschiedenen Formen des Fußes, wie sie die buntschillernde Welle des Lebens an den Strand wirft, die zierlichen und die plumpen, die schmalen und feinen, die breiten und groben, die kurzen und dicken, die fleischigen und die mageren sind wie die Formen der Hände charakteristische Ausdrucksformen der menschlichen Einzelpersönlichkeit. Man kann auch von einem „weichen Fuß“ sprechen. Der Unterschied zwischen weicher und harter Hand (ich zitiere H. Virchow) ist bekannt, da wir durch das Händedrücken diesen Unterschied wahrnehmen. Er hängt auch mit einem Unterschied der Beschäftigungsart Zu lammen. Die Hand eines Schreibers ist weicher wie die eines Feldarbeiters, und die Hände von Frauen sind durchschnittlich weicher wie die von Männern. Diese Unterschiede beim Fuß sind nicht so geläufig, weil er durch eine entstellende Hülle der Beobachtung entzogen und es nicht üblich ist, „sich den Fuß zu geben“. Der Tänzerfuß beispielsweise ist ein weicher Fuß, und daher ist es auch im allgemeinen wenigstens ein ästhetischer Genuß, den Fuß einer Ballettänzerin zu betrachten. Weiterer Forschung ist es vorbehalten, aus der Mannigfaltigkeit der Formen heraus auch verschiedenartige Typen der Abweichungen vom Normalen zu erklären. Noch birgt der Fuß und seine Abweichungen vom Normalen manches Rätsel, und nur allmählich werden wir ihrer Auflösung näher kommen. Ich will versuchen den Fuß und das Bein in seinem Bau und seiner Funktion in großen Zügen als einleitende Grundlage der Schilderung ihrer krankhaften Veränderungen zu beschreiben.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1939

Authors and Affiliations

  • Georg Hohmann
    • 1
  1. 1.Orthopädischen Universitäts-KlinikFrankfurt a. M.Deutschland

Personalised recommendations