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Über die Wurzel von Heteropteris pauciflora Juss., eine neue Verfälschung der Ipecacuanha

  • C. Mannich
  • W. Brandt
Chapter

Zusammenfassung

Das Verdienst, rechtzeitig auf die Heteropteriswurzel als Verfälschung der Ipecacuanha hingewiesen zu haben, gebührt Hrn. Dr. Peckolt in Rio, dem unermüdlichen Erforscher der brasilianischen Heil- und Nutzpflanzen. In seinen Briefen an Hrn. Prof. Dr. Thorns teilt Dr. Peckolt über die Droge folgendes mit: Die Wurzel stammt mit Sicherheit von Heteropteris pauciflora Juss., zur Familie der Malpighiaceen gehörig. Die Pflanze ist in Brasilien schon lauge bekannt; Dr. Pecko1t sandte sie bereits im Jahre 1858 von Cantagallo aus an Martius zur Bestimmung. In Cantagallo wurde die Wurzel damals vom Volke Poaya cipo und Ipecacuanha falsa benannt und gegen Husten und Diarrhöe verwendet. Weil damals die echte Ipecacuanhawurzel des Urwaldes an Ort und Stelle nur mit 50 Pf. für das Kilo bezahlt wurde, beachtete Dr. Peckolt die Heteropteriswurzel nicht weiter, zumal er für seine Studien reiche Auswahl an anderen wichtigeren Pflanzen hatte. Jetzt hingegen, wo nach vielfacher Ausrodung des Urwaldes und bei sparsamer Zufuhr von Matto Grosso die echte Ipecacuanha in Rio mit 14 Mk. für das Kilogramm bezahlt wird, verkaufen die spekulativen Kräutersammler die Heteropteriswurzel als echte Ipecacuanha zu einem Preise von 5 Mk. für das Kilogramm. Viele Apotheker und Drogisten in Rio haben die Wurzel gekauft. Dr. Peckolt kaufte die Wurzel ebenfalls, aber nur unter der Bedingung, daß ihm die ganze Pflanze mitgebracht würde. Es gelang ihm so, zwei vollständige Exemplare, glücklicherweise mit Blüten, zu erhalten, die als Heteropteris pauciflora Juss. bestimmt werden konnten. Zur Sicherheit wandte sich Dr. Pecko1t indessen noch an den Botaniker Dr. Capanema, interimistischer Direktor des dortigen botanischen Gartens, der die Bestimmung bestätigte. Dr. Peckolt sandte dann die Wurzel nebst einer von ihm daraus dargestellten weißen Substanz an Hrn. Prof. Dr. Thoms, der uns mit der weiteren Untersuchung betraute. Wir teilten uns in die Bearbeitung des Materials in der Weise, daß der eine (Br.) den botanisch-pharmakognostischen Teil, der andere (M.) den chemischen Teil übernahm.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1905

Authors and Affiliations

  • C. Mannich
  • W. Brandt

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