Berichte der (blinden) Repetitoren an der Studienanstalt

  • v. Gerhardt
  • F. Hastenpflug
  • Karl Klügel

Zusammenfassung

Seit einer Reihe von Jahren ist die Zahl derjenigen Blinden, die sich dem Studium der Staats- und Rechtswissenschaften zuwenden, in ständigem Wachstum begriffen und erfährt durch die hinzutretenden Kriegsblinden eine weitere Vermehrung. Die Erklärung für diese Tatsache mag darin zu suchen sein, daß einmal das Interesse am politischen Leben gestiegen ist, dann aber auch, und nicht zuletzt in dem Umstand, daß jeder Blinde persönlich oder geistig mit einzelnen Zweigen der öffentlichen Fürsorgetätigkeit in engere Berührung gelangt und dadurch angeregt wird, sich selbst an der Lösung volkswirtschaftlicher, rechtlicher sowie sozialer Probleme zu beteiligen und dabei seine eigenen Erfahrungen der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Ausnahmslos bringt der Blinde diesen Fragen ein reges, tiefes Verständnis entgegen, weil er gewissermaßen persönlich stärker interessiert ist, als seine sehenden Mitmenschen, auf denen der Daseinskampf nicht mit gleicher Schwere lastet, und die daher vielleicht nicht immer mit der nämlichen Gefühlswärme an die Materien herantreten.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1918

Authors and Affiliations

  • v. Gerhardt
  • F. Hastenpflug
  • Karl Klügel

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