Krankheitsentstehung und Kausalität

  • Louis R. Grote

Zusammenfassung

Wissenschaftliche Forschung, soweit sie nicht rein deskriptive Ziele hat, erstrebt eine Erklärung der Erscheinungen zunächst unter dem Gesichtspunkt ihrer kausalen Zusammenhänge. Die Methoden der der Naturwissenschaft sind „kausalanalytisch“. Besonders die medizinische Forschung tut sich etwas darauf zugute, daß ihre ganze Arbeitsrichtung sich mehr und mehr „ätiologisch“ einstellt. Die Ergebnisse der Bakteriologie, die augenscheinlich für eine Reihe von Erkrankungen so einfach und unzweideutig die „Ursache“ anzugeben erlauben, haben wohl in besonderem Maße hierfür richtungweisend gewirkt. Das krankhafte Geschehen, dessen Inhalte wir im vorigen Abschnitte zu erfassen suchten, ist ein Aufeinanderfolgen in der Zeit. Aufeinanderfolgen in der Zeit erweckt im menschlichen Geist den Wunsch, seine Notwendigkeit zu begreifen. Indem wir einen Vorgang „Ursache“, einen darauffolgenden „Wirkung“ nennen, meinen wir das Ganze des inneren Zusammenhangs begriffen zu haben. Kausalität gilt als Erklärung. Praktisch wenigstens genügt für unser Begreifen einer Vorgangskette ihre Unterordnung unter die Bezeichnung Ursache und Wirkung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Louis R. Grote
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik in Halle a. S.Deutschland

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