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Zusammenfassung

Während des 18. Jahrhunderts lag die Wirtschaftspflege vollständig in der Hand des Staates; im 19. wurden dagegen Gewerbe und Landwirtschaft von den ihnen anhaftenden Fesseln befreit und damit die Bedingungen für die eigene Erwerbstätigkeit der Bevölkerung geweckt und gefördert (§ 52). Die staatliche Einwirkung trat unter diesen Umständen mehr zurück. Fast schien es, als ob der Staat auf die bloße Gewährung des Rechtsschutzes beschränkt werden und dagegen auf wirtschaftlichem Gebiete der Grundsatz des „Gehen- und Geschehenlassens“ zur ausgedehntesten Anwendung gelangen sollte. Gleichwohl kann auf diesem Gebiete die ordnende Hand des Staates nicht ganz entbehrt werden. Die Fälle, wo sie eingreifen muß, haben sogar durch die erhöhten Anforderungen des heutigen Lebens, insbesondere durch die auf dem sozialen Gebiet hervorgetretenen Schäden und Notstände, eine erhebliche Zunahme erfahren. Der Staat hat deshalb diesen Gegenständen in neuester Zeit wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet. Er hat nicht nur einzelne Verwaltungszweige ganz an sich gezogen, wie die Bank, Eisenbahnen, Post und Telegraphen, sondern auch in der Regelung der Haftpflicht, der Frauen- und Kinderarbeit und des Arbeiterschutzes unmittelbar helfend eingegriffen und durch Einrichtung und Überwachung der Sparkassen, Innungen, der Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung die soziale Ordnung zum Gegenstand seiner Fürsorge gemacht. Dies ist die Bedeutung der heutigen Sozialgesetzgebung.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1910

Authors and Affiliations

  • Graf Hue de Grais

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