Der Verkehr mit dem Publikum

  • Richard Brieger

Zusammenfassung

Der Apotheker besitzt akademische Bildung, der angehende Apotheker will sie erwerben, bei beiden muß man eine gute Kinderstube voraussetzen. Diese beiden Gründe allein sollten schon von jedem Apotheker erwarten lassen, daß er imstande ist, jeder Art von Publikum in würdiger Weise entgegenzutreten. Das die Apotheke aufsuchende Publikum besteht zum größten Teil aus Kranken oder aus Angehörigen von Kranken, die sich in Sorge um diese befinden. Eine Krankheit kann objektiv, d. h. nach dem Befunde des Arztes, eine leichte und unbedeutende sein, trotzdem wird sie dem Kranken als eine schwere, lästige, peinigende Krankheit erscheinen. Die Gemütsverfassung des Kranken wird aber nicht von dein objektiven Befunde des Arztes, sondern von dem eigenen subjektiven Empfinden bedingt. Man muß daher Verständnis dafür haben, daß der Kranke ungeduldig, mißmutig, mißtrauisch und streitsüchtig ist. Der Apotheker muß daher von vornherein damit rechnen, daß die Behandlung seines Publikums Geduld und ein ruhiges, aber dabei bestimmtes Auftreten erforderlich macht. Die Urilustgefühle des Kranken werden noch dadurch erhöht, daß nun einmal der Mensch wenig Neigung besitzt, für sein „höchstes Gut“, seine Gesundheit, Aufwendungen materieller Art zu machen, wie sie in der Bezahlung von Arzneien bestehen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • Richard Brieger
    • 1
  1. 1.Pharmazeutischen ZeitungDeutschland

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