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Zur klinischen Bedeutung der reaktiven Polyglobulie

  • H. H. Marx
  • F. Struck
Chapter
Part of the Verhandlungen der Gesellschaft für Lungen- und Atmungsforschung book series (VGLA, volume 2)

Zusammenfassung

Die Polyglobulie, d.h. die einem chronischen Sauerstoffmangel nachfolgende Vermehrung des roten Blutzellvolumens, ist auf dem Gebiet der Herz- und Lungenkrankheiten ein häufiges, wenn auch nicht regelmäßiges, in jedem Fall aber ein pathophysiologisch interessantes und klinisch bedeutsames Symptom. Wir finden eine solche reaktive Polyglobulie, wie uns frühere Untersuchungen gemeinsam mit W. Landgraff an Kranken der Marburger Medizinischen Klinik zeigten, am ausgeprägtesten bei Kranken mit Herzmißbildungen und Rechts-Links-Shunt, und nur hier läßt sich eine enge statistische Beziehung zwischen Ausmaß der Hypoxämie und der Sauerstoffkapazität feststellen. Bei der Gruppe der primär Herzkranken war die Polyglobulie wesentlich seltener zu finden als bei Kranken mit chronischer Ateminsuffizienz, vor allem bei obstruktivem Lungenemphysem. Hier konnten wir eine statistisch deutliche Vergrößerung sowohl der Erythrocytenzahl wie auch des Hämatokrits gegenüber dem allgemeinen Krankengut nachweisen. Auffälligerweise zeigte sich bei den Kranken mit Ateminsuffizienz der mittlere corpusculäre Hämoglobingehalt relativ niedrig, was zu der Annahme führte, daß eine durch Stoffwechseleinflüsse bedingte Makrocytose bzw. Quellung der einzelnen Erythrocyten entstehen kann. Kürzlich haben auch Becker u. Schneider nach Tierversuchen über Befunde einer Makrocytose bei reaktiver Polyglobulie berichtet, vor allem dann, wenn eine unmittelbare, intensive Exposition an chronischem Sauerstoffmangel erfolgt war.

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Literatur

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  4. Struck, F.: Inaug.-Diss. Marburg 1968.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • H. H. Marx
    • 1
    • 2
  • F. Struck
    • 1
  1. 1.StuttgartDeutschland
  2. 2.PaulinenhospitalStuttgart-WDeutschland

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