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Rücksichten auf den Eisenbahnbetrieb

  • W. Cauer

Zusammenfassung

Als mehr und mehr zur Herrschaft gelangenden Grundsatz des Bahnhofsbaues in Deutschland kann man es betrachten, daß man, abgesehen von den für Kreuzungen, Überholungen und Zugübergänge zu treffenden Einrichtungen, wovon unten besonders die Rede sein wird, in der Regel jede zu einem Bahnhof hinführende, dem Personenverkehr dienende Bahn mit ihren sämtlichen Hauptgleisen (meist zwei oder eins) selbständig in den Personenbahnhof einführt und jedes dieser Hauptgleise mit einer Bahnsteigkante ausrüstet. Daß dem so ist, ergibt sich mittelbar aus der deutschen Eisenbahn-Bau- und -Betriebsordnung, da diese in § 6, 4 die Hauptgleise der freien Strecke und ihre Fortsetzung durch die Bahnhöfe „durchgehende Hauptgleise“ nennt. Der eben an die Spitze gestellte Grundsatz gilt nun je nach Lage des Falles mehr oder weniger unbedingt. Vor etwa 50 Jahren war es in Deutschland vielfach noch üblich, die Züge beider Richtungen einer Bahn und selbst die Züge mehrerer einmündenden Bahnen an demselben Bahnsteig vor dem Empfangsgebäude vorfahren zu lassen1). Heutzutage würde man die Zusammenführung beider Gleise einer zweigleisigen Bahn in ein gemeinschaftliches Bahnsteiggleis eines Zwischenbahnhofes in Durchgangsform geradezu als einen Verstoß gegen die Betriebssicherheit betrachten. Hier gilt die Regel, daß die beiden Hauptgleise, abgesehen von etwa vorzusehenden Verbindungen und Vermehrungen (durch Überholungsgleise) getrennt durchzuführen sind, uneingeschränkt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • W. Cauer
    • 1
  1. 1.Technischen HochschuleBerlinDeutschland

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