Paramedizin und ärztliche Außenseitermethoden: Ein Problem auch in der Kinderheilkunde?

  • H. Ewerbeck

Zusammenfassung

Zu den großen Versuchern der Ärzte aller Zeiten gehört statistisch gesehen sicher nicht die so gern beschrieene Geldgier oder der Machtkomplex, den man mit dem Schlagwort „Halbgott in Weiß“ kritisiert. Eine ernste Versuchung ist die Hilfsbedürftigkeit des Patienten, die an die angeborene oder erlernte Hilfsbereitschaft des Arztes appelliert. In der vorwissenschaftlichen Ära der Medizin war es erlaubt, daß dieser Appell und die Not des Nicht-Helfen-Könnens erfinderisch machten und die Neigung des Menschen zur Mystik Behandlungsmethoden entstehen ließ, deren Wirksamkeit der Suggestibilität des Patienten und des Erfolge sehen wollenden Arztes zu verdanken waren. Im 18. und 19. Jahrhundert kam dazu noch die Neigung, noch nicht erklärbare Prozesse oder noch nicht verständliche Zusammenhänge durch Spekulationen in ein übersichtliches Lehrgebäude unterzubringen, das auf dogmatischen Prämissen ruht und nicht auf den Gesetzen der Naturwissenschaft.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1980

Authors and Affiliations

  • H. Ewerbeck

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