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Das Umweltproblem der Pflanze

  • Otto Stocker

Zusammenfassung

Die Umweltbeziehungen der Pflanzen sind enger, aber auch schärfer begrenzt als die der Tiere oder gar des Menschen. Der Umweltradius ist bei der typisch ortsgebundenen Pflanze viel kleiner als bei dem fast stets beweglichen Tier, welches innerhalb oft weiter Grenzen seinen Standort wechseln und wählen kann. Diese Erweiterung der Umwelt ist ermöglicht durch die Entwicklung von Sinnesorganen und eines Nervensystems. Dadurch werden wesentliche Teile der „Umwelt“ (im Sinne von „Umgebung“) zur „Eigenwelt“ des Tieres (im Sinne des „Umwelt“-Begriffs von von Uexküll) 1. Der Pflanze ist wohl der vitale Grundvorgang der plasmatischen Erregbarkeit ebenfalls zu eigen, aber es fehlt ihr jede Differenzierung von Nervenzellen und Nerven sowie von eigentlichen Sinnesorganen. Sie hat keine Eigenwelt und damit entfällt der Bereich, der durch seine psychologische Beziehung der tierischen Umweltforschung ebenso interessante wie schwierige Probleme stellt. Außerhalb dieses Bezirkes aber weist die Pflanze außerordentlich klare Umweltbeziehungen auf, weil sie innerhalb eines sehr kleinen Lebensraumes den Bedürfnissen ihres Wasser-, Wärme- und Nahrungshaushaltes genügen muß. In der Ökologie der Pflanzen steht deshalb die Auseinandersetzung mit den abiotischen Standortsfaktoren an erster Stelle; ihr gegenüber treten die biotischen Beziehungen zur umgebenden Pflanzen- und Tierwelt, so interessant sie im einzelnen sind, an allgemeiner Bedeutung weit zurück.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1950

Authors and Affiliations

  • Otto Stocker
    • 1
  1. 1.(16) DarmstadtDeutschland

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