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Die anatomischen Varianten des Schläfenbeines

  • Ernst G. Mayer
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Zusammenfassung

Die Längsachsen der Pyramiden verlaufen schräg von hinten-unten-lateral nach vorneoben-medial. Sie schließen mit der Sagittal-, bzw. Frontalebene meist je einen Winkel von etwa 45°, mit der Deutschen Horizontalen einen solchen von 5°–10° ein. Bei langen Schädeln ist der mit der Sagittalebene gebildete Winkel etwas kleiner, bei kurzen etwas größer. Die Neigung der Längsachse der Pyramide zur Deutschen Horizontalen kann ziemlich stark schwanken. Dies kommt in der Verlaufsrichtung der oberen Felsenbeinkante zum Ausdruck, die im allgemeinen der Horizontalen entspricht. Der obere Pyramidenkontur kann jedoch bei entsprechender Konfiguration der ganzen Schädelbasis auch schräg von außen-oben nach innen-unten oder von außen-unten nach innen-oben verlaufen (s. Abb. 60 und 61). Ersteres findet sich meist bei Schädeln mit großem, letzteres bei solchen mit geringem Höhendurchmesser. Von besonderem Interesse sind die nicht selten zu beobachtenden Unterschiede in der Stellung beider Pyramiden zueinander, die mit Asymmetrien des ganzen Schädels in Zusammenhang stehen. So finden wir z. B. eine Parallelverschiebung in vertikaler Richtung, so daß die Pyramide der einen Seite wesentlich höher steht als die der anderen (s. Abb. 62). Oder wir sehen bisweilen, daß der Winkel, welchen die Pyramidenachse mit der Deutschen Horizontalen bildet, auf beiden Seiten verschieden ist. Meist verläuft dann der obere Kontur der einen Pyramide horizontal, der der anderen schräg von außen-unten nach innen-oben (s. Abb. 63). Diese Stellungsvarianten sind auf der postero-anterioren Übersichtsaufnahme des Schädels leicht zu erkennen. Eine weitere ist jedoch röntgenologisch kaum mit Sicherheit als solche feststellbar. Es ist dies die Drehung einer Pyramide um ihre Längsachse, so daß im Röntgenbild ein anderer Kontur randbildend wird als bei normaler Stellung und dadurch eine andere Konfiguration der oberen Pyramidenkante vorgetäuscht werden kann. Die Drehung erfolgt meist in der Weise, daß die vordere Pyramidenfläche mehr nach oben gerichtet wird und sich der Horizontalen nähert, während die hintere Fläche dann fast vertikal abfällt. Dadurch tritt auf der postero-anterioren Aufnahme auf der entsprechenden Seite die Eminentia arcuata und die Incisura trigemini stärker hervor als auf der anderen. Es kommt jedoch auch eine Drehung in entgegengesetzter Richtung als Variation zur Beobachtung.

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Notes

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1930

Authors and Affiliations

  • Ernst G. Mayer
    • 1
  1. 1.Zentral-Röntgeninstitut Professor Dr. G. HolzknechtWienÖsterreich

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