Die Begutachtung von Sehnenschäden in der sozialen Unfallversicherung

  • J. Probst
Part of the Hefte zur Unfallheilkunde book series (HU, volume 91)

Zusammenfassung

Im Gegensatz zu der Entschädigung in der privaten Unfallversicherung, die nur Unfallverletzungen betrifft, sind in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht nur Sehnenverletzungen durch Arbeitsunfälle, sondern auch „Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- und Muskelansätze“ als Berufskrankheit (lfd. Nr. 43 d. 6. BKVO) gutachtlich zu beurteilen, d. h. darauf zu untersuchen, ob die Entschädigungspflicht eines Trägers der gesetzlichen Unfallversicherung gegeben ist. — Es trifft also schon aus diesem Grunde zu, hierfür das Thema nicht auf Sehnenverletzungen zu beschränken, sondern Verletzungen und Erkrankungen unter dem Begriff Sehnenschäden zusammenzufassen. Im Rahmen der Besprechung der Sehnenrisse muß aber sogleich darauf hingewiesen werden, daß die Rupturen im Verlauf der Sehnen weder nach versicherungsrechtlichen noch nach pathologischanatomischen Begriffen Erkrankungen der Sehnenansätze sind; da die Risse der großen Sehnen überdies entweder in Bereichen auftreten, in denen keine Sehnenscheiden vorhanden sind oder aber deren Gleitgewebe nicht erkrankt ist und infolgedessen auch nicht die Ursache des Sehnen-risses sein kann, braucht die Frage einer chronischen Erkrankung als Ursache der Sehnenrisse gar nicht erörtert zu werden. Es werden aber immer wieder Anträge auf Anerkennung einer Berufskrankheit gestellt und dadurch die Versicherungsträger und Sozialgerichte gezwungen, Bescheide oder Urteile zu erlassen. Uns selbst und dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften ist jedoch kein Fall einer Anerkennung eines Sehnenrisses als Berufskrankheit bekannt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • J. Probst
    • 1
  1. 1.Berufsgenossenschaftlichen UnfallkrankenhausesMurnau, Obb.Deutschland

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