Advertisement

Die Beeinflussung der Darmmotilität durch Abführ- und Stopfmittel

Part of the Ergebnisse der inneren Medizin und Kinderheilkunde book series (KINDERHEILK. NF)

Zusammenfassung

Die Analyse therapeutischer Maßnahmen sowie das Verständnis pathologischer Vorgänge ruht auf erschöpfender Kenntnis physiologischen Geschehens. Jeder Fortschritt in physiologischer Erkenntnis ist von einer Erweiterung und Vertiefung unseres Wissens auf diesen Gebieten gefolgt, und solche Fortschritte knüpfen sich innig an die Auffindung neuer Methoden. So haben auf dem Gebiete der Magen-Darmphysiologie Pawl о ws fundamental neue Methoden einen ungeahnten Einblick in den verwickelten Mechanismus der Verdauungsvorgänge uns vermittelt, deren genauere Kenntnis für Pathologie und Therapie der Magen-Darmerkrankungen noch fortdauernd Früchte trägt. Während so Pawlow und seine Schule, O. Cohnheim u. a. die Lehre von der Resorption und Sekretion ausbauten, gestattete eine inzwischen vervollkommnete neue Methode, das Röntgenverfahren, die Inangriffnahme einer anderen Seite des Verdauungsproblems, das Studium der normalen Verdauungsbewegung, wie es zuerst von Roux und Balthazard (für den Frosch) und von Cannon in erschöpfender Weise (für die Katze) durchgeführt wurde. Was letztere Methode so besonders wertvoll machte ist der Umstand, daß sie zum ersten Male natürliche Versuchsbedingungen schuf.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. *).
    Nach Chiari und Fröhlich führt Kalkentziehung zu Erregbarkeitssteigerung motorischer und sekretorischer Nervenendigungen.Google Scholar
  2. *).
    Die ausführliche Literatur siehe bei Dittler und Mohr sowie bei Schlagintweit.Google Scholar
  3. *).
    Popielski lehnt allerdings diese Vermutung ab; er nimmt an, daß durch die Injektion dieser Base die Bildung von Vasodilatin angeregt wurde.Google Scholar
  4. *).
    Pantopon ist von Sahli in die Therapie eingeführt worden; es enthält die gesamten Opiumalkaloide, befreit von Ballaststoffen, als salzsaure Salze in leichtlöslicher Form. Seine Zusammenstellung ist ungefähr: Morphin 52 Proz.; Kodein 2 bis 3 Proz.; Narkotin 18 Proz.; Papaverin 2,5 bis 3 Proz.; Thebain 2 Proz; Narcein 1 Proz.; Rest-Alkaloide 5 Proz.; Krystallwasser 8 Proz.; HCl 9 Proz.Google Scholar
  5. *).
    Daselbst die ältere Literatur.Google Scholar
  6. *).
    Die tonusherabsetzende Wirkung des Papaverins auf die glatte Muskulatur führt zu einem Zustand der Entspannung, die besonders deutlich hervortritt, wenn der Tonus vorher — durch Morphium, Muscarin oder Physostigmin — gesteigert war. Papaverin setzt den Blutdruck herab, wirkt auf den Verdauungsapparat, die Galle, den Uterus und die Harnblase, auf die Muskeln und Gefäße der Bronchien, daher empfiehlt es Pal neuerdings in 2 proz. Lösung zu therapeutischen Zwecken bei Angina pectoris, bei Erbrechen nach Intoxikationen, Hyperemesis grav., bei gewissen Formen der spastischen Obstipation, bei Asthma bronchiale. Holzknecht und Sgalitzer empfehlen es zur röntgenologischen Differentialdiagnose zwischen Pylorospasmus und Pylorusstenose, weil es infolge seiner krampflösenden Wirkung, die durch Pylorospasmus bedingte Motilitätsverzögerung aufhebt, bei Pylorusstenose hingegen sie verstärkt (durch Herabsetzung des Tonus der Magenmuskulatur).Google Scholar
  7. *).
    O. Hirz bestätigte die Befunde von Pal und seinen Schülern am überlebenden Tierdarm; gleichzeitig vermutet er — nach dem Ausfall antagonistischer Giftversuche —, daß die Isochinolinalkaloide eine Erregbarkeitsherabsetzung der autonomen Vagusendigungen und der glatten Muskulatur erzeugen.Google Scholar
  8. *).
    Ob dieselbe in der von Pal angenommenen, früher ausführlich beschriebenen Weise auch beim Menschen abläuft, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Zweifellos ermöglichen die Untersuchungen Pals und seiner Schüler eine befriedigende Erklärung der Morphin- und Opiumwirkung am überlebenden Tierdarm. Bedenkt man aber die komplizierten Bedingungen, unter denen die Opiatwirkung bei dem im Zusammenhange mit den Nerven und Blutgefäßen befindlichen Darm sich abspielt, sowie die gerade beim Opium besonders große Schwierigkeit, aus dem Ergebnis von Tierversuchen auf den Menschen zu schließen, so wird man die Übertragung dieser wertvollen Versuchsergebnisse auf den menschlichen Darm von weiteren Untersuchungen am Menschen abhängig machen müssen. Schon jetzt kann für Pals Anschauungen angeführt werden, daß das Papaverin am Menschen spastische Zustände der glatten Muskulatur beseitigt, ferner, daß das Narkophin, das Morphin und Narkotin in einem wesentlich von der Zusammensetzung des Opiums abweichenden Verhältnis enthält, nach Poppers Untersuchungen (zitiert bei Pal) am überlebenden Darm vorwiegend Narkotinwirkung erkennen läßt und nach Zehbes Versuchen am Menschen (s. daselbst die Tabelle I) nur wenig stopfend wirkt, hingegen eine deutliche Magenwirkung aufweist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • S. Lang
    • 1
  1. 1.KarlsbadDeutschland

Personalised recommendations