Ein Gedicht Georg Trakls

  • Ingrid Kohrs

Zusammenfassung

Die Sprache Trakls ist Chiffre. Sie steht — wie Rilke sagt — in einem „unbetretbaren Raum“ \ zu dem die Worte nicht in Mitteilung und Gedanken hinführen, sondern in dem ein Ungesprochenes in Worten ersteht. — Alle die Stilelemente, die sonst einem Verstehen helfend entgegenkommen: die tradierten Formen des Gesamtbaus und der Strophenfügung, Reim, Redefigur und metrische Fassung, sie fehlen zumeist in seiner Lyrik, und es scheint keine faßbaren Brücken zu geben, die den inneren Raum des Gedichts erschließen. Das hat dazu beigetragen, das Lebensgefühl des Dichters als alleinigen Schlüssel des Verstehens zu nennen und die Frage nach dem einzelnen Gedicht zurücktreten zu lassen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1.
    Rilke an Ludwig von Ticker, Februar 1915.Google Scholar
  2. 2.
    Herbert Singer, Georg Trakl. Trivium IX, Heft 1, S. 48, S. 57.Google Scholar
  3. 3.
    Gesammelte Werke, Bd. 3; Nachlaß und Biographie. S. 20.Google Scholar
  4. 4.
    Rilke an Erhard Buschbeck, 22. Februar 1917.Google Scholar
  5. 5.
    Man mag einwenden wollen, das hier für Trakls Lyrik allgemein Genannte, die Erhaltung eines Objektiven, sei nur einer Stufe der Traklschen Dichtung zuzusprechen, der frühen und vielleicht noch mittleren Periode. — Ich bin der Überzeugung, daß eine Einsicht in den übersubjektiven Geschehniszusammenhang in Trakls Sprache diesen als ein bleibendes Ingrediens seiner Dichtung zeigt. Auch auf der Stufe, auf der das Geschehen der menschlichen Seele immer ausschließlicher das Thema der Lyrik wird. Auch und gerade hier mehr als Subjektivität zu vernehmen, ist von entscheidender Bedeutung.Google Scholar
  6. 6.
    Daß in diesem Vers mehr als eine Beifügung geschieht, kann hier, wo es zunächst um das Auffinden der Elemente des Wortgefüges geht, noch nicht gesagt werden. Das muß der Gehaltsdeutung vorbehalten bleiben.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1952

Authors and Affiliations

  • Ingrid Kohrs
    • 1
  1. 1.Hamburg 30Deutschland

Personalised recommendations