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Vegetatives Nervensystem und Skelettmuskeltonus

  • H. Regelsberger

Zusammenfassung

Unter dem Tonus des Skelettmuskels versteht man jenen Zustand von. Dauerverkürzung, der auch noch in der Ruhe und im Schlafe bestehen bleibt und erst in tiefer Narkose oder im Tode erlischt. In diesem Sinne hat bereits Galen den Begriff verwandt, wie das von ihm geprägte Wort τ όνος, d. h. Spannung, beweist. Aber erst Johannes Müller verdanken wir die klare Unterscheidung, daß der Tonus nicht einfach durch die physikalischen Eigenschaften des Muskels bedingt sei, sondern auf einer Dauerinnervation durch das Spinalnervensystem beruhe. Noch einen Schritt weiter ging Brondgeest, der nachweisen konnte, daß der Muskeltonus reflektorisch, und zwar durch die zum Teil im Muskel selbst entstehenden sog. propriozeptiven Reize, also durch Reize, die von der Haut, den Gelenken und den Sehnen kommen, ausgelöst werde. Der Reflexbogen wird somit durch die sensiblen Nerven, die hinteren Wurzeln einerseits und durch die motorischen Vorderhornzellen und die daraus hervorgehenden motorischen Nerven andererseits vermittelt und kann durch Abtrennung der hinteren Wurzeln aufgehoben werden. Auf große Schwierigkeiten stieß die Erklärung, als man das Tonusproblem von seiner energetischen Seite betrachtete. Man lernte tonische Zustände des Skelettmuskels kennen, so die Starre im infektiösen Tetanus, bei der Katatonie und bei Parkinsonkranken, die stundenlang, ja tagelang bestehen bleiben konnten, ohne nachweisbare Erhöhung des respiratorischen Quotienten, d. h. des Kohlehydratstoffwechsels, zu verursachen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1924

Authors and Affiliations

  • H. Regelsberger
    • 1
  1. 1.ErlangenDeutschland

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