Prof. Dr. Henry Albers für die Burschenschaft Bubenruthia

  • Wilhelm Doerr
  • Fritz Linder

Zusammenfassung

Die Erlanger Burschenschaft der Bubenreuther nimmt heute Abschied von einem ihrer Getreuesten. Ihm, dem großen Arzt, galt sie als die Grundlage seines Lebens, und er sagte von ihr, sie sei für ihn ›das unteilbare Ganze‹ gewesen, das aus seinem Leben nicht wegzudenken sei. Zu dessen prägenden Wurzeln gehörte ebenso das fränkische, bäuerliche Elternhaus, die Schule, welche die Freiheit des Universitätslebens vorbereiten half. Im Jahre 1909 trat Karl Heinrich Bauer in die Burschenschaft ein, in eine Gemeinschaft, die sich so wenig identifizieren ließ mit dem gängigen Bild anderer studentischer Korporationen. Es war die Zeit, in der die deutsche Jugendbewegung, im wesentlichen von den Bünden des ›Wandervogel‹ getragen, entstand, in der auch das kennzeichnende Wort von der ›Wandervogel-Burschenschaft‹ entstand. Walter Flex, der Dichter der Jugendbewegung und des Ersten Weltkrieges, war zu jener Zeit der beherrschende Geist in der Burschenschaft; er hat ihrer Ideenwelt im ›Wanderer zwischen beiden Welten‹ unvergänglichen Ausdruck verliehen. Die Leitworte, wie sie im gleichen Sinne 1913 für die Jugendbewegung auf dem Hohen Meißner ausgesprochen wurden: Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit gegen sich selber, innere Reinheit waren fast wichtiger und wesentlicher für das Leben der jungen Bundesbrüder als die bekannten und allzu oft überbetonten Worte des burschenschaftlichen Wahlspruchs ›Freiheit, Ehre, Vaterland‹, die ihre wirkliche Bedeutung erst in der Rückführung auf den alten Wahlspruch der Urburschenschaft fanden, dem das Wort ›Gott‹ voranstand. Ihn führen die Bubenreuther noch heute. Die alte Fahne, die beim Wartburgfest 1817 vorangetragen wurde, kündet es durch ihren Symbolgehalt: das schwarze Seidentuch mit dem weißen Ordenskreuz, das auf ein Lebensprinzip verpflichtete: Glaube, Demut, Gehorsam.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1978

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Doerr
  • Fritz Linder

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