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Die Produktionsfunktion vom Typ A (Das Ertragsgesetz)

  • Erich Gutenberg
Chapter
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 1)

Zusammenfassung

Die Produktionsfunktion vom Typ A geht davon aus, daß ein bestimmter Ertrag mit Hilfe mehrerer Kombinationen von Faktoreinsatzmengen hergestellt werden kann. Da in diesem Falle die Faktoreinsatzmengen in gewissen Grenzen frei variierbar sein müssen und nicht nur von der Produktmenge abhängen, enthält die Produktionsfunktion vom Typ A nicht nur ein technisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Und zwar insofern, als auch die Faktorpreise die Faktorproportionen mitbestimmen. Damit entsteht zugleich die Aufgabe, ein Kriterium zu entwickeln, das die günstigste Kombination der Faktoreinsatzmengen in eindeutiger Weise zu beschreiben erlaubt.

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References

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    So stellt Pareto den Produktionsfunktionen, welche lediglich „des proportions définies“ verwenden (als Beispiel nennt er die Tatsache, daß sich immer eine Einheit Sauerstoff mit zwei Einheiten Wasserstoff verbindet), Produktionsfunktionen mit variablen Produktionskoeffizienten gegenüber; so sagt er: „Les facteurs de la production de l’economie politique peuvent en de certaines limites se combiner en des proportions quelcunques“. Pareto, V., Manuel d’Economie politique, Paris 1929, S. 326 u. S. 291 ff., insbes. auch S. 327.Google Scholar
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    Das Ergebnis der Untersuchungen Mitscherlichs über das Pflanzenwachstum ist folgendes: Wenn bei einem Experiment ein einziger Wachstumsfaktor allmählich gesteigert wird, während alle anderen gleich gestaltet werden, so ergibt sich, daß der Pflanzenertrag mit der Steigerung dieses Wachstumsfaktors proportional dem an einem Höchstertrage fehlenden Ertrage ansteigt. Für diese Beziehung haben Mitscherlich und Batjle die entsprechenden Formeln entwickelt. Ist x der betreffende Wachstumsfaktor, y die Höhe des Pflanzenertrages, A der Höchstertrag und c der Proportionalitätsfaktor, dann gilt für das Ertragsgesetz bei landwirtschaftlicher Produktion die GleichungGoogle Scholar
  20. Diese Gleichung charakterisiert eine Kurve, die, wie oben bereits erwähnt, von Anfang an mit abnehmenden Ertragszuwächsen ansteigt und keinen Wendepunkt besitzt. Mitscherlich, E. A., Die Ertragsgesetze, Berlin 1948.Google Scholar
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    Auch Samtjelson stellt das Ertragsgesetz (Gesetz vom abnehmenden Ertrag) an einem aus der Landwirtschaft gewählten Beispiel dar. Auf die Problematik dieses Gesetzes für die industrielle Produktion geht er nicht ein. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß die Gesetze des Pflanzenwachstums nicht die Gesetze der industriellen Produktion sind.Google Scholar
  22. Gelegentlich der Ableitung der Minimalkostenkombination kommt Samtjelson nochmals auf das Ertragsgesetz zu sprechen. An einem konstruierten Zahlenbeispiel, in dem mit Einheiten an Arbeit und Kapital operiert wird, ohne sie näher zu definieren — es bleibt offen, ob es sich um makro- oder mikroökonomische Größen handelt — wird an Hand der Tabelle gezeigt, welche Ertragszuwächse sich jeweils beim Variieren des einen Faktors ergeben, und zwar unter der Voraussetzung, daß das Ertragsgesetz gilt. Das Gesetz aus der Eigenart der industriellen Produktion abzuleiten, wird nicht versucht. In seinem Hauptwerk „Foundations of Economic Analysis“, Cambridge 1955, setzt Samtjelson das Ertragsgesetz als a priori gegeben voraus (S. 23).Google Scholar
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    Wenn überhaupt das Ertragsgesetz gelten soll, dann muß vorausgesetzt werden, daß der jeweilige „konstante Faktor“ sein Verhalten ändert, wenn die Einsatzmengen eines anderen Faktors variiert werden. Diese Tatsache sollte in der ersten Auflage dieses Buches durch die Komponente g ausgedrückt werden. Sie stellt nichts anderes dar, als den Gegenbegriff zum Begriff der fixierten Leistung. Sie ist aus dem Bemühen heraus entstanden zu versuchen, ob sich nicht doch das Ertragsgesetz in irgendeiner Weise für die industrielle Produktion halten ließe. Nachdem nunmehr eine klare und eindeutige Stellung bezogen ist, daß das Ertragsgesetz für die industrielle Produktion nicht als repräsentativ anzusehen sei, erübrigt sich die Einführung der Komponente g in die Untersuchung.Google Scholar
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    Es sei hier darauf hingewiesen, daß das Ertragsgesetz oft mit der intensitätsmäßigen Anpassung verwechselt wird. Sie hat grundsätzlich limitationalen Charakter, während das Ertragsgesetz Substitutionalität der Faktoren voraussetzt. Im einzelnen sei hierzu auf die Untersuchungen über die Produktionsfunktion vom Typ B (im nächsten Abschnitt) und auf die Barstellung der „intensitätsmäßigen“ Anpassung im elften Kapitel, Abschnitt IV verwiesen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Erich Gutenberg
    • 1
  1. 1.BetriebswirtschaftslehreUniversität zu KölnDeutschland

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