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Absatzpolitische Entscheidungen

  • Erich Gutenberg
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE)

Zusammenfassung

Die Aufgabe der Geschäftsleitung eines jeden Unternehmens besteht darin, die großen betrieblichen Teilbereiche Beschaffung, Fertigung, Absatz und Finanzen so zu koordinieren, daß zwischen ihnen ein Gleichgewicht besteht. Spannungen im Gefüge dieser Teilbereiche gefährden die Erfüllung des Unternehmungszweckes. Da der Absatzbereich eines Unternehmens unlösbar in dieses Gefüge geknüpft ist, läßt sich eine absatzpolitische Entscheidung nur dann betriebswirtschaftlich rechtfertigen, wenn sie aus dem Ganzen des Unternehmens heraus getroffen wird, also die Lage in den anderen betrieblichen Teilbereichen berücksichtigt. Eine absatzpolitische Entscheidung mag mit großer Sachkenntnis getroffen sein, sie mag eine große werbende Wirkung haben und erfolgreich sein — sie verstößt gegen das oberste betriebswirtschaftliche Gesetz, wenn sie den Zusammenhang mit den anderen betrieblichen Teilbereichen, dem Beschaffungs-, Fertigungs- und Finanzbereich verliert und ohne Abstimmung mit der besonderen Lage in diesen großen betrieblichen Teilbereichen vorgenommen wird. Eine in diesem Sinne isolierte Absatzaufgabe existiert überhaupt nicht. Jede absatzpolitische Aufgabe ist an das Ganze des Unternehmens gebunden.

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Literatur

  1. 1.
    Hierzu sei vor allem auf E. Heiken, Die Zielfunktion der Unternehmung, in: Zur Theorie der Unternehmung, herausgegeben von H. Koch, Wiesbaden 1962, S. 24ff. und S. 38 ff., insbesondere auch auf den Versuch, die Gewinnmaximierungs-funktion durch eine Nutzenfunktion zu ersetzen, hingewiesen, vor allem S. 41 ff.Google Scholar
  2. 1.
    Auch hierzu sei auf die Darstellung bei Heinen, a.a.O., S. 55 ff. verwiesen.Google Scholar
  3. 1.
    Vgl. hierzu auch Gutenbbrg, E., Untersuchungen über die Investitionsentscheidungen industrieller Unternehmen, Köln und Opladen 1959.CrossRefGoogle Scholar
  4. 1.
    Vgl. hierzu, Pack, L., Rentabilitätsmaximierung als preispolitisches Ziel, in: Zur Theorie der Unternehmung, herausgeg. von H. Koch, Wiesbaden 1962, S. 73 ff.Google Scholar
  5. 1a.
    Böhm, H.-J., Die Maximierung der Kapitalrentabilität, Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 32. Jg. (1962), S. 489 ff.Google Scholar
  6. 1.
    Brandt, K., Preistheorie, Ludwigshafen 1960, S. 166.Google Scholar
  7. 2.
    Diese pessimistische Verhaltensweise kann gemildert werden, indem hiernach das Unternehmen nicht nur den minimalen Gewinn einer Aktion, sondern auch den maximalen Gewinn in Erwägung zieht (Hurwicz - Kriterium). Eine Mischung aus maximalem Gewinn (Mischungskoeffizient α) und aus minimalem Gewinn (Mischungskoeffizient 1-α) gibt jeder Handlungsmöglichkeit eine gewisse Gewinnerwartung. Man wählt natürlich diejenige Aktion mit der höchsten ausgerechneten Gewinnerwartung. Der Koeffizient α gibt gewissermaßen den Grad des Optimismus an, α= 1 besagt, daß man völliger Optimist ist, während α=0 dem pessimistischen Minimax-Kriterium entspricht. — Nach dem Savage - Kriterium ist das Minimax-Prinzip nicht auf die Gewinnbeträge anzuwenden, sondern auf die „Beträge des Bedauerns“ (regrets), die bei einer Fehlentscheidung entstehen und die sich leicht aus den Erfolgsgrößen berechnen lassen. Vgl. hierzu besonders Luce, R. D., and H. Raiffa, Games and Decisions, New York 1957, Kap. 13.Google Scholar
  8. 2.
    Hoppe, F., Erfolg und Mißerfolg, Psychologische Forschung, Band 14 (1930), S. 1 ff., Dembo, T., Der Ärger als dynamisches Problem, Psychologische Forschung, Band 15 (1931), S. 1 ff., vor allem S. 40f. und S. 51 f.Google Scholar
  9. 3.
    Hoppe hat vor allem auf die Relation hingewiesen, die zwischen dem tatsächlich erzielten Handlungseffekt einer Versuchsperson und deren Zielsetzung, dem Anspruchsniveau, besteht. Diese Relation ist eine psychologische Gegebenheit, die für das jeweilige Erfolgs- bzw. Mißerfolgserlebnis der Versuchsperson konstituierend ist.Google Scholar
  10. 1.
    Lewin, K., T. Dembo, L. Festinger, and P. S. Sears, Level of Aspiration, in: Personality und the Behavior Disorders, herausg. von J. McV. Hunt, I. Band, New York 1944, S. 333 ff.Google Scholar
  11. 2.
    Katona, G., Psychological Analysis of Economic Behavior, New York-Toronto-London 1951, deutsche Übers.: Das Verhalten der Verbraucher und Unternehmer, Tübingen 1960, vor allem S. 241 ff.Google Scholar
  12. 1.
    Simon, H. A., Models of Man, New York 1957, S. 241 ff.Google Scholar
  13. 2.
    Vgl. auch Simon, H. A., a.a.O., S. 250.Google Scholar
  14. 2.
    Vgl. auch Simon, H. A., a.a.O., S. 250.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • Erich Gutenberg
    • 1
  1. 1.Universität zu KölnDeutschland

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