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Zusammenfassung

Die durch plastische Verformung in der Kälte verfestigten Metalle und Legierungen befinden sich in einem Zwangszustand, der einem höheren Energiegehalt als dem der weichen Metalle entspricht und thermodynamisch unbeständig ist. Das folgt bereits aus der in der Vorlesung VII erörterten Tatsache, daß die kaltgereckten Metalle immer mit inneren Spannungen behaftet sind, wie sich das etwa aus dem Röntgenbild oder aus der Krümmung der Gleitlamellen ergibt. Diese mechanischen Verspannungen bedingen eine zusätzliche mechanische Spannungsenergie; die Spannungen sind bestrebt sich auszugleichen, wobei dann das Metall die Spannungsenergie verlieren würde. Daß ein kaltgerecktes Metall einen höheren Betrag an innerer Energie enthält, wird unmittelbar dadurch bewiesen, daß es eine höhere Lösungswärme, etwa in Säuren, aufweist. Bei der Erhitzung auf höhere Temperaturen, bei der das durch Kaltreckung verfestigte Metall, wie wir sehen werden, in seinen natürlichen Zustand zurückkehrt, wird eine zwar geringe, aber doch mit aller Sicherheit nachgewiesene Wärmemenge entwickelt. Der sicherste und unmittelbarste Beweis für die geringere thermodynamische Beständigkeit des kaltgereckten und verfestigten Zustandes dem natürlichen weichen gegenüber wird jedoch dadurch erbracht, daß das elektrochemische Potential des verfestigten Metalles etwas unedler ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1941

Authors and Affiliations

  • Georg Masing
    • 1
  1. 1.Universität GöttingenDeutschland

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