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Psyche und innere Sekretion

  • Arthur Weil

Zusammenfassung

Wenn wir einmal das Zugeständnis gemacht haben, daß der Geschlechtstrieb im Zusammenhang mit der inneren Sekretion der Keimdrüsen steht, eine Auffassung, die durch die Transplantationsversuche, die Erfahrungen bei Eunuchoiden usw. fest begründet ist, dann liegt die Versuchung nahe, noch einen Schritt weiter zu gehen und von den Trieben, „die ja die psychischen Grundphänomene sind, von denen alle geistige Entwicklung ausgeht“ (Wundt), auf einen Zusammenhang der höheren geistigen Tätigkeiten mit endokrinen Vorgängen zu schließen. Man braucht hierbei nicht als radikaler Materialist die Anschauung zu vertreten, daß alles Psychische nur eine Wirkung oder Eigenschaft der organisierten Natur sei, sondern kann sich auf den „psychisch-physischen“ Standpunkt stellen, „daß das psychische Geschehen regelmäßig von bestimmten physischen Erscheinungen begleitet ist, und daß zwischen diesen inneren und äußeren Lebensvorgängen durchweg gesetzmäßige Beziehungen stattfinden“, ohne solche Zusammenhänge von vornherein als ein Unding abzulehnen. — Gehen nun die geistigen Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht parallel mit der inneren Sekretion der Keimdrüsen, ist auch hier „das Weib eben Weib durch seine Generationsdrüse“? — Bei dem Versuch, diese Fragen zu beantworten, laufen wir Gefahr, den Boden der durch experimentelle Befunde gesicherten Erfahrungstatsachen zu verlassen und uns auf das Gebiet der philosophischen Spekulation zu begeben.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • Arthur Weil
    • 1
  1. 1.Institut für SexualwissenschaftUniversität HalleBerlinDeutschland

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