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Alimentäre Intoxikation (Toxikose, Koma dyspepticum)

  • E. Glanzmann

Zusammenfassung

Das Stadium dyspepticum, das sich durch keinerlei besondere Züge vor anderen Formen akuter Dyspepsie auszeichnet, kann nun unter gewissen, heute glücklicherweise seltener gewordenen Umständen ziemlich plötzlich in die sogenannte alimentäre Intoxikation übergehen. Zuerst macht sich ein hochgradiger Erregungszustand geltend, der sich bis zu tonisch-klonischen Krämpfen steigern kann. Dabei steigt das Fieber häufig bis 39 bis 40° an. Die Zeit der Unruhe, des monotonen Geschreies und der Konvulsionen dauert aber meist nicht lange. Das Kind verfällt bald in den Zustand der Bewußtseinstrübung, der sich bis zum Koma steigern kann. Die Kinder lassen sich nur schwer aus dem Schlafzustand erwecken, und aufgeweckt, verfallen sie nach kurzem, jämmerlichem Geschrei viel rascher als das gesunde Kind wieder in einen schlafähnlichen Zustand. In diesem Schlaf, der immer wieder von gellendem Aufschreien unterbrochen wird, werden die Lider halb offengehalten. Bei einem zweieinhalb Monate alten Säugling unserer Beobachtung, der tagelang bewußtlos mit halb offenen Augen dagelegen hatte, entwickelte sich eine doppelseitige Xerophthalmie e lagophthalmo. Aber auch wenn man das Kind weckt, hat es einen auffallend starren Blick, nicht selten mit Schielstellung der Augen. Es fixiert nicht mehr. Die Pupillen sind ganz eng! Auf Schmerzreize antwortet das Kind nur sehr träge mit Abwehrbewegungen oder Geschrei oder es reagiert überhaupt nicht mehr. Das Kind befindet sich anscheinend in einem schweren Vergiftungszustand.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1939

Authors and Affiliations

  • E. Glanzmann
    • 1
  1. 1.Universität BernSchweiz

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