Die Bandenfluorescenz von Dämpfen und Gasen

  • Peter Pringsheim

Zusammenfassung

Die Trennung zwischen den im vorigen Kapitel besprochenen Erscheinungen und den jetzt zu behandelnden mag etwas äußerlich, rein phänomenologisch anmuten, der Gegensatz mag teilweise auch nur auf einer noch unzureichenden Kenntnis der wahren Verhältnisse beruhen — immerhin scheinen bei dem heutigen Stande des Wissens die hier unter der Bezeichnung Bandenfluorescenz zusammengefaßten Phänomene nicht ohne weiteres als mit den Resonanzspektren wesentlich gleichartig anzusehen zu sein. Die charakteristischen Unterscheidungsmerkmale bestehen im folgenden: einerseits ist nicht das Aussehen des Emissionsspektrums grundsätzlich bedingt durch die Frequenz des erregenden Lichtes, so daß bei geringer Variation der letzteren auch jenes durchaus verändert würde. Sondern Bestrahlung mit jeder Wellenlänge eines unter Umständen ziemlich breiten, häufig nur nach der langwelligen Seite zu begrenzten Spektralgebietes ruft in dem Dampf immer dieselbe Fluorescenzemission hervor. Dies wäre also etwa analog dem Falle der Joddampfresonanzstrahlung bei Anwesenheit von viel Helium, infolge deren auch bei monochromatischer Erregung immer das vollständige Bandenspektrum in der Emission auftritt. Anderseits aber gehören die erregenden Wellenlängen nicht auch dem Fluorescenzspektrum mit an, oder zum mindesten, das Fluorescenzspektrum erstreckt sich über weite Spektralbereiche, innerhalb deren das Licht nicht imstande ist, seinerseits die Fluorescenz hervorzurufen; Erregungsverteilung und Fluorescenzspektrum fallen in keiner Weise zusammen, was ja für jede Resonanzstrahlung das hauptsächliche Charakteristikum war.

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Literatur

  1. 1).
    Dieses Bandenspektrum des Hg, das in der Fluorescenz und ebenso auch bei elektrischen Entladungen zu beobachten ist, darf nicht verwechselt werden mit einem wiederholt untersuchten äußerst linienreichen kannelierten Bandensystem, das unter entsprechenden Versuchsbedingungen ebenfalls bei elektrischen Entladungen im Hg-Dampf auftritt und früher demgemäß auch diesem zugesprochen wurde, vermutlich aber einer Stickstoffverbindung des Quecksilbers angehört. Vgl. hierüber E. Hulthén. Z. f. Psy. Bd. 2, S. 284, 1922.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Peter Pringsheim

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