Zusammenfassung

Die noch vor gar nicht langer Zeit äußerst schwierige, komplizierte und kostspielige Behandlung des Lupus ist bekanntlich durch die revolutionierenden Neuerungen auf therapeutischem Gebiet von Grund auf vereinfacht und unvergleichlich wirksamer gestaltet worden. Schlag auf Schlag folgten dem Vitamin D 2 das Conteben, das Streptomycin und die Para-Aminosalicylsäure. Fast scheint es mir die wichtigere Aufgabe zu sein, die Ärzteschaft mit den oft beträchtlichen Gefahren der neuen Methoden vertraut zu machen, als mit den allgemein bekannten Vorteilen. Schon 1947, als wir in Wien mit der Vitamin-D-Therapie begannen, versäumten wir es nicht — gewarnt durch Meldungen über Todesfälle in der Weltliteratur — bei Anwendung des neuen Mittels alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen aufs genaueste einzuhalten. Wenn wir daher glücklicherweise unter einer Zahl von etwa 700 so behandelten Patienten kein Opfer zu beklagen haben, so war doch die Zahl der gefährlichen Zwischenfälle eine beachtliche. An Lungenkomplikationen während der Vitamin-D-Behandlung sahen wir einen Fall von Kavernenbildung und sechs Fälle von miliarer Aussaat, die alle mit Streptomycin beherrscht werden konnten. Selbst in einem Fall mit nur einem Drittel der üblichen Einzel-Dosierung kam es nach 40 × 200000 E zu miliarer Lungenaussaat.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1952

Authors and Affiliations

  • G. Riehl
    • 1
  1. 1.Lupusheilstätte des Wilhelminenspitals WienÖsterreich

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