Regulationen

  • Gustav von Bergmann

Zusammenfassung

Experimentelle Forschung ist genötigt, alle Erscheinungen der lebendigen Natur (also die biologischen), zu denen auch die Phänomene der Pathologie gehören, zunächst zergliedernd zu erfassen. Auf analytischem Wege muß das empirische Material überall erforscht werden, im Bestreben, das Einzelgeschehen naturwissenschaftlich kausal so lückenlos als möglich zu erklären oder, bescheidener ausgedrückt, als Verlauf zu beschreiben. Dann aber steht die Biologie und vielleicht noch mehr die Klinik in der Humanmedizin vor der Aufgabe, aus der gewonnenen fast unübersehbaren Vielheit der Einzelergebnisse nicht lediglich addierend eine Synthese vorzunehmen, sondern zum Abgeleiteten, das durch Zergliederung gewonnen war, nun durch Aufbau den Versuch zu machen, aufzuzeigen, wie das Gesamtverhalten auch in der Pathologie der Funktion sich korrelativ verhält. Wir stellen in der funktionellen Pathologie Veränderungen der Korrelation fest, die wir oft als Ausgleich ansehen, also als Kompensation, wenn Disharmonie, d. h. Dekompensation im Bereich des Pathologischen entstanden war, ähnlich wie wir im Bereich der Norm (Physiologie) das Ineinandergreifen von Organ und Organsystemen in ihrer Wechselwirkung als zugeordnete Funktionen erkennen, die notwendig sind für die Erhaltung des Lebens der Einzelwesen und der „Art”, mit den so ungemein wechselnden Anforderungen, welche die Außenwelt an den Organismus und an seine Organisation stellt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bethe, A.: Die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems, Plastizität und Zentrenlehre. Hdb. d. norm. u. path. Physiol., Bd. XV, 2. Berlin: Julius Springer 1931.Google Scholar
  2. Buytendijk: Kritik der Reflextheorie auf Grund der Erforschung der Verhaltungsweisen beim Tier. Verh. dtsch. Ges. inn. Med., Wiesbaden 1931.Google Scholar
  3. Goldstein, K.: Über die Plastizität des Organismus auf Grund von Erfahrungen am nervenkranken Menschen. Hdb. d. norm. u. pathol. Physiol. Bd. XV, 2. Berlin: Julius Springer 1931.Google Scholar
  4. Goldstein, K.: Über Neuroregulation. Erg. inn. Med. 1932.Google Scholar
  5. Kraus, Fr.: Allgemeine und spezielle Pathologie der Person. Leipzig: Thieme.Google Scholar
  6. Kroetz, Ch.: Allgemeine Physiologie der autonomen Korrelationen. Hdb. d. norm. u. path. Physiologie Bd. 16. Berlin: Julius Springer 1930.Google Scholar
  7. Lewy, F. H.: Die Lehre vom Tonus in der Bewegung. Berlin: Julius Springer 1922.Google Scholar
  8. Spiegel: Die zentrale Lokalisation autonomer Funktionen, Z. f. d. ges. Neur. (Referate u. Ergebn.) Bd. 22, 1920.Google Scholar
  9. v. Weizsäcker, V.: Die Neuroregulation. Verh. dtsch. Ges. inn. Med., Wiesbaden 1931; s. a. Hdb. d. norm. u. path. Phys., Bd. 10, 1927.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Gustav von Bergmann
    • 1
  1. 1.II. Med. Universitätsklinik BerlinDeutschland

Personalised recommendations