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Zusammenfassung

Sieht man in beliebigen Lehrbüchern die Behandlung der Krankheiten durch, so fällt gleich auf, wie häufig die empfohlenen Mittel einfach aufgezählt werden, ohne spezielle Indikation, warum und in welchem Falle das eine, in welchem Falle das andere Mittel zu wählen sei, und namentlich ohne vergleichende Indikation, was das eine Mittel vor dem andern voraus habe oder was für Nachteile ihm anhaften, die beim andern fehlen oder geringer sind.

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Referenzen

  1. 1).
    Ein hervorragender Kliniker schreibt mir bei diesem Anlaß, er halte Alkoholverschreibung bei Pneumonie für einen Kunstfehler.Google Scholar
  2. 1).
    Nachdem das geschrieben, sehe ich wieder Salizyl gegen Grippe gegeben.Google Scholar
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    Ein Kliniker fürchtet von Aspirin bei Grippe auch in kleinster Dosis Collaps. Dagegen legt er großes Gewicht auf Überwachung der drohenden Vasomotorenlähmung, die gegebenenfalls zu bekämpfen ist. Ich halte diese letztere Ansicht für selbstverständlich richtig und lege Wert darauf, nicht anders verstanden zu sein.Google Scholar
  5. 1).
    Man macht mich bei der Korrektur darauf aufmerksam, daß das nur noch ein laienhafter Rat sei. Ich bin im Jahre 1919 nicht ganz überzeugt davon. Jedenfalls habe ich die Zeiten noch erlebt, wo das oft vorkam.Google Scholar
  6. 1).
    Man hat eingeworfen, ohne die chemische Industrie müßte man auch einige nützliche Medikamente entbehren. Ich wende mich nicht gegen sie, sondern gegen die Art ihres Betriebes und ihrer Benutzung.Google Scholar
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    Natürlich bei Erwachsenen; bei Kindern, die nur gezwungen sich der Prozedur unterwerfen, fällt das Moment weg und mag der Schaden häufiger sein. Interessant ist nur, daß gerade von der Erziehung zur Energie durch das kalte Wasser fast nie die Rede ist.Google Scholar
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  11. 1).
    Als ich das schrieb, war es schon nicht mehr richtig. Jetzt ist es umgekehrt die Alkalinität in der Mundhöhle, die die Karies begünstigt, während Säure davor schützt. Vgl. z. B. Heer, Alkalihindungsvermögen des Mundspeichels. Diss. Zürich 1918. — Ob alkalisch oder sauer wird übrigens praktisch nicht so wichtig sein; vorläufig hat man ja die Speichelreaktion doch ungenügend in der Gewalt. Man behauptet aber auch, und zwar unter Anführung von Wahrscheinlichkeitsgründen, daß die Zähne durch Einreibung des Speichels mit der Zunge vor Karies geschützt werden. Jedenfalls reinigen die Säugetiere ihr Gebiß und die Mundhöhle überhaupt sehr sorgfältig mit der Zunge. Wäre es nicht ebenso angezeigt, einmal Versuche in dieser Richtung zu machen, als ein tausend und erstes Mundwasser zu empfehlen?Google Scholar
  12. 2).
    Vgl. unten über Asepsis.Google Scholar
  13. 1).
    Schliep, Der Unfug mit Phenolphthalein. Münch. med. Wochenschr. 1919. 1294.Google Scholar
  14. 1).
    Von den allerneuesten Versuchen mit noch nicht als nutzlos erwiesenen Mitteln und Anwendungsweisen rede ich natürlich nicht.Google Scholar
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    Ich weiß, daß die nicht parasitischen Lehrerinnen häufiger an Nervenkrankheiten leiden als ihre männlichen Kollegen. Da spielt aber die Auslese, die erzwungene Ehelosigkeit, die Arbeit neben der Schule und manches andere eine wichtige Rolle.Google Scholar
  16. 1).
    Ein Kollege macht mich darauf aufmerksam, viel wichtiger als kräftig essen sei wenig essen. Die meisten Kulturmenschen essen zu viel, auch in den ärmeren Klassen. GewißlGoogle Scholar
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    Nachdem dies geschrieben, erschien eine gleiche Zwecke verfolgende hübsche Arbeit von Silberschmidt, Kritik unserer Anschauungen über Desinfektion und Desinfektionsmittel. Korr.-Bl. f. Schweizer Ärzte. 1019. — Ich füge hinzu: warum beachtet man nicht, daß die Schnittwunde eines geöffneten Abszesses, die mit Eiter überspült wird, sich ebenso wenig infiziert wie die einer Rektumfistel, über die die Fäkalien gehen. Fäkalien sind überhaupt für gewöhnlich gar nicht infektiös, sondern nur ein Zeichen für Un-reinlichkeit.Google Scholar
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    Seitdem das geschrieben, sind heftige Angriffe auf das Mittel gemacht worden.Google Scholar
  19. 1).
    Auch jeder Pfuscher bekommt ohne Schwierigkeit ehrlich gemeinte günstige Zeugnisse, so viele er nur wünscht. Allerdings nur von seinen Patienten. Aber auch Ärzte geben unglaublich leicht ähnliche Dokumente von sich. Ein Fabrikant hatte mit Hilfe eines Chemiestudenten ein unnötiges Desinfektionsmittel konstruiert. Ein ärztliches Zeugnis empfiehlt das Mittel auf Grund der erhaltenen Angaben zu Versuchen in größerem Maßstabe. Ein anderer Arzt bezeugt, er habe das „Luft- und Bodeninfektionsmittel“ eingehend geprüft und sei „von seiner vorzüglichen Wirkung auf dem Gebiete der Krankheitsverhütung überzeugt“. „Ich erkundigte mich“, sagt Silberschmidt (Korr.-Bl. für Schweizer Ärzte, 1919, S. 393), „bei diesem letzten Kollegen und erfuhr, daß er das Mittel nicht wissenschaftlich auf Keimabtötung oder Keimabschwächung, sondern „bloß praktisch“ in Räumen, wo viele Leute zusammenkommen, geprüft habe. Er schließt, daß er bakterizid wirken müsse, denn seither seien in den betreffenden Räumen keine Infektionen mehr vorgekommen.“Google Scholar
  20. 1).
    Ein Kritiker meint, ich sei früher auf die alten Freudschen Theorien förmlich eingeschworen gewesen, habe aber manches dann zurückgenommen. Er täuscht sich.Google Scholar
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  24. l) Ich vernehme, da#x00DF; ein Begutachter wegen Schizophrenie zu exkulpieren pflegte, wenn er nichts anderes gefunden hatte als die für die Krankheit angeblich charakteristischen Abderhaldenschen Reaktionen. Ich habe gemeint. es sei der Mangel an Willensfreiheit, der unzurechnungsfähig mache und nicht eine bestimmte „Krankheit“, die übrigens durch jene Methode gar nicht nachgewiesen ist.Google Scholar
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    Wenn die meisten Freudianer — im Gegensatz zu früher — jetzt mehr theoretisieren, so reden sie nicht von Beobachtungen.Google Scholar
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    Vgl. Bleuler, Der Sexualwiderstand. Jahrbuch f. psychoanalytische und psychopathologische Forschungen. Band V. 1913. S. 442.Google Scholar
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    Mendel, Neurol. Zentr.-Bl. 1910. S. 321.Google Scholar
  29. 1).
    Viellcicht steigern die Ansammlungen auch die Virulenz — „vielleicht“ — denn manche überfüllte Irrenanstalt hat eine sehr geringe Grippemortalität. In Rheinau hatten wir 1890 bei einer Bevölkerung von über 850 Personen keinen Todesfall (nachträglicher Tod an exacerbierender schon vorher manifester Phthise und ähnlichem nicht gerechnet), obwohl ein großer Teil der Patienten und namentlich auch der Angestellten von der Epidemie er griffen wurde. Behandlung: Udenotherapie.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • E. Bleuler
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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