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Einführung

  • H. Neuber

Zusammenfassung

In der ersten Zeit des Maschinenbaues genügte es, für die Berechnung der Maschinenteile einfache Verhältniswerte zugrunde zu legen. Beispielsweise wurde der Wellendurchmesser einer Dampfmaschine zu einem gewissen Bruchteil des Zylinderdurchmessers gewählt. Bei großer Ähnlichkeit der Betriebs- und Bauverhältnisse reichte diese einfache Berechnungsart noch vollkommen aus. Im Laufe der fortschreitenden Entwicklung der Technik erwies sich jedoch diese Anwendung von Verhältniswerten infolge der zunehmenden Unterschiede in Art und Größe der auftretenden Kräfte als unzureichend; man mußte sich zu einem anderen Vergleichsmaßstab entschließen und ging nun dazu über, die jeweils auftretenden Hauptkräfte in roher Annäherung zu ermitteln und sie in Beziehung zum Querschnitt der beanspruchten Teile zu setzen. Später führte man den Begriff der zulässigen Beanspruchung ein, der auch heute noch die Grundlage der technischen Festigkeitslehre darstellt. C. v. Bach hat das Verdienst, als erster für die zulässige Beanspruchung brauchbare Zahlenwerte aufgestellt zu haben; diese Werte sind heute noch für die üblichen Werkstoffe und das Aufgabengebiet des Durchschnittsmaschinenbauers maßgebend. Sie beruhen auf der Voraussetzung, daß sich die Spannungen über den Querschnitt der Bauteile gleichmäßig verteilen. So wird z. B. bei Zug- und Biegebeanspruchung der einfache geradlinige Spannungsverlauf, der sich in Wirklichkeit nur beim prismatischen Stab einstellt, auch für nichtprismatische Körper zugrunde gelegt. Um die wirklich eintretende Spannungsverteilung und damit um die eigentliche Spannungsspitze, welche den Bruch verursacht, kümmerte man sich nicht. Man hatte auch noch keine Möglichkeit, sie experimentell oder gar rechnerisch zu erfassen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1937

Authors and Affiliations

  • H. Neuber

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