Advertisement

Die Wunde und ihre Behandlung

  • C. Garrè
  • A. Borchard
  • Rudolf Stich
  • Karl-Heinrich Bauer

Zusammenfassung

Mit der Behandlung von Wunden mag die Chirurgie vor Tausenden von Jahren ihr Werk begonnen haben. Unter einer Wunde verstehen wir die Folgen einer gewaltsamen Trennung lebenden Gewebes. Die Gewebstrennung kann so gering sein, daß sie nur bei feingeweblicher Untersuchung erkennbar ist, meist ist sie aber mehr oder weniger ausgedehnt, so daß sie auch das unbewaffnete und ungeübte Auge wahrnimmt. Je nach der Art der Gewalteinwirkung unterscheiden wir Schnitt-, Hieb-, Stich-, Riß-, Biß-, Schuß-, Quetsch- und Platzwunden. Daneben gibt es Wunden durch chemische oder thermische Einwirkungen. Grundsätzlich ist des weiteren zu unterscheiden zwischen offenen und geschlossenen Verletzungen. Durchaus nicht immer sind jene die gefährlichsten, wenngleich bei ihnen die Gefahr der Wundinfektion (Infektion von inficere = etwas [Nachteiliges] hineintun) von besonderer Bedeutung ist. Indessen birgt auch jede Darmzerreißung ohne äußere und offene Verletzung die Gefahr lebensbedrohender Infektion in sich. Die Art der Gewalteinwirkung gibt der Wunde meist ihr kennzeichnendes Gepräge, andererseits ist aus Form und Aussehen der Wunde auch auf ihre Entstehungsursache zu schließen, was nicht nur für gerichtliche Belange, sondern auch für die Behandlung wichtig sein kann. Wunden, die von Gewebs-lücken (Substanzverlusten, Defekten) begleitet sind, kommen gewöhnlich durch grobe Gewalteinwirkung zustande (Maschinenverletzungen, Schußwunden, Verkehrsverletzungen). Hat die Haut der Gewalt so weit widerstanden, daß keine äußere Wunde entstand, so können doch durch tangentiale tangentiale „abscherend“ wirkende Kräfte in den tieferen Schichten der Wunde mit Blut, besonders aber mit Lymphe gefüllte, schwappende Hohlräume entstehen (Décollement traumatique, Ablösung der Haut). Vollständige Abreißungen der Kopfhaut werden als Skalpierung, solche des Gliedes und des Hodensacks als Schindung bezeichnet. Sammelt sich Luft aus den verletzten lufthaltigen Räumen (Atemwege, Nebenhöhlen der Nase usw.) im Gewebe, dann spricht man vom traumatischen Emphysem (Emphysem von ἐμφυσάειν = etwas hineinblasen).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • C. Garrè
  • A. Borchard
  • Rudolf Stich
    • 1
  • Karl-Heinrich Bauer
    • 2
  1. 1.Universitäts-Klinik GöttingenDeutschland
  2. 2.Universitäts-Klinik HeidelbergDeutschland

Personalised recommendations