Die Lehre vom Licht (Optik)

  • Arnold Berliner

Zusammenfassung

Den Unterschied zwischen Helligkeit und Finsternis kennt jeder aus einer Empfindung, die ihm das Auge vermittelt. Auch am hellen Tage können wir uns die eine oder die andere verschaffen, indem wir die Augen schließen oder öffnen. Wir sagen, wenn die Augen offen sind, daß „Licht“ hineinfällt. Wir sprechen also von „Licht“ als einer Ursache, die in uns „Licht“-Empfindung hervorrufen kann, und erkennen das Auge als den Vermittler. Gelegentlich aber empfinden wir Helligkeit auch im geschlossenen Auge und auch im Finstern, z. B. bei einem Schlag auf das Auge, oder wenn ein elektrischer Strom in bestimmter Richtung durch den Kopf fließt, überhaupt bei jedem „Reiz“ auf den vom Auge zum Gehirn führenden Sehnerven. Man kann (ähnlich der Definition der Schallempfindung) die Lichtempfindung definieren als: die dem Auge eigentümliche Reaktionsweise gegen äußere Reizmittel. Gegen alle äußeren Reizmittel! Das Reizmittel, das als der normale Erreger der Lichtempfindung gilt, nennen wir „Licht“. Diese Bezeichnung, die von einer besonderen Empfindung abgeleitet ist, ist einseitig, denn dasselbe Erregungsmittel erzeugt, wenn es unsere Hautnerven erregt, Wärmeempfindung und kann auch Vorgänge herbeiführen (photographische), die mit Empfindungen nichts zu tun haben.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

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  • Arnold Berliner

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