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Sediment- und Steinbildungen

  • Hans Lucke

Zusammenfassung

In den vitalen Flüssigkeiten finden sich die anorganischen und organischen Substanzen teils in kolloidaler Form, teils in echter Lösung. Dabei geht die Konzentration vieler Stoffe, speziell in Harn und Galle, weit über ihre Wasserlöslichkeit hinaus. Daß die Substanzen aus der übersättigten Lösung nicht ausfallen, beruht neben der Bedeutung der aktuellen Reaktion des umgebenden Milieus in erster Linie auf der Wirkung der Kolloide, die die Lösung in übersättigter Form zu erhalten vermögen. Änderungen im Verhalten des umgebenden Milieus, speziell hinsichtlich desVorhandenseins von Schutzkolloiden, können zum Ausfallen verschiedenster Substanzen in amorpher und krystallinischer Form führen. Unter den anorganischen Substanzen haben wir die Phosphate zu nennen, die bei der bereits an anderer Stelle erwähnten Phosphaturie zum Ausfallen kommen. In dieser Richtung ist weiter das Auftreten von oxalsauren Salzen in krystallinischer Form zu erwähnen, ebenso die Harnsäure und ihre Salze. Dieses Ausfallen von Stoffen im Harn hat insofern Bedeutung, als hierdurch klinische Erscheinungen einer Steinkrankheit hervorgerufen werden können. Ausfallen von Substanzen aus übersättigter Lösung bedeutet aber noch nicht Steinbildung. För die Steinbildung ist Vorbedingung, daß för eine Apposition von Krystallen geeignete adsorbierende Flächen zur Verfögung stehen. Große praktische Bedeutung hat die Steinbildung im Harn und in der Galle. Fremdkörper, abgestoßene Epithelien, Bakterienhaufen, Bilirubinkalkniederschläge, Parasiten u. dgl. können die fremde Oberfläche abgeben und als Steinkerne fungieren.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1939

Authors and Affiliations

  • Hans Lucke
    • 1
  1. 1.Innere MedizinGöttingenDeutschland

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