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Die Lärchenkrankheiten, insbesondere der Lärchenkrebspilz. Peziza Willkommii m

  • Robert Hartig

Zusammenfassung

Es ist bekannt, dass die ersten Anbauversuche der Larix europaea in Nord- und Mitteldeutschland, welche meist aus dem ersten Decennium dieses Jahrhunderts stammen, von dem besten Erfolge gekrönt wurden und dass die vereinzelten kleineren Lärchenhorste aus jener Zeit, soweit sie nicht der Axt verfallen sind, noch heute der besten Gesundheit sich erfreuen. Die günstigen Erfolge regten zum allgemeineren Anbau dieser edlen Holzart nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schottland und anderen Ländern an, und um die Mitte dieses Jahrhunderts war die Lärche vom Fusse der Alpen bis zur Insel Rügen gleichsam in einer zusammenhängenden Kette kleinerer und grösserer Bestände von jugendlichem Alter über Deutschland angebaut und fast überall entsprach sie anfänglich den gehegten Erwartungen, wenngleich man derselben in Bezug auf den Standort zuweilen recht bescheidene Ansprüche zumuthete. Sie that ihre Schuldigkeit, ob man sie einzeln in Verjüngungen anderer Holzarten einsprengte oder zur Ausfüllung von kleineren und grösseren Lücken in den Verjüngungen horstweise anpflanzte da, wo keine andere Holzart mehr recht wachsen wollte, ja selbst da, wo herabgekommene Böden schnelle Deckung verlangten. Ueberall hat man es mit der Lärche versucht und anfänglich schien an den meisten Orten der Versuch zu glücken. Nach Zeitungsberichten war die Wiederbewaldung Schottlands mittelst der Lärche bereits sehr weit vorgeschritten. Da wurden etwas vor und nach dem Jahre 1850 die ersten Klagen über das Erkranken bisher frohwüchsiger Lärchenbestände laut, dieselben häuften sich und in der Zeit von 1850–1860 scheint die Erkrankung schon durch ganz Deutschland sich verbreitet zu haben, in den Folgejahren bis zum Jahr 1870 zum Ruin fast sämmtlicher junger Lärchenbestände durch ganz Deutschland (und Schottland) geführt hat, so dass seitdem der Anbau dieser werthvollen Holzart fast völlig aufgegeben ist und nur noch hier und da in kleinerem Massstabe erfolgt unter Verhältnissen, welche zu Versuchen besonders geeignet erscheinen. Man hat insbesondere gefunden, dass in der Untermischung mit der Rothbuche, wenn dieselbe rechtzeitig erfolgt, so dass die vereinzelt stehenden Lärchen von Anfang an vorwüchsig waren, den Kopf frei behielten, die Erkrankung entweder gar nicht eintrat, oder doch nicht den verheerenden Charakter annahm, als unter anderen Verhältnissen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1880

Authors and Affiliations

  • Robert Hartig
    • 1
  1. 1.Universität MünchenMünchenDeutschland

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