Die Leistungen der Muskeln

  • M. von Frey

Zusammenfassung

Die quergestreifte Muskulatur der Wirbeltiere und des Menschen kommt vor entweder in Gestalt ein-, höchstens zweikerniger kurzer verästelter Zellen, die miteinander zu einem Netze verwachsen sind: Aus solchen Stücken besteht der Herzmuskel, dessen Eigenschaften im dritten Abschnitt behandelt wurden. Oder in Gestalt von vielkernigen, langen zylindrischen Strängen: Die Fasern des Skelettmuskels. Die Muskelfasern sind im Sinne der Histologie Zellen, die aus ihren embryonalen Dimensionen durch Verlängerung und Kernwucherung sehr stark in einer Richtung herausgewachsen sind. Bei der Dicke eines Haares können sie viele Zentimeter lang sein. Sie gehören mit gewissen Elementen des Nervensystems zu den größten Zellen des menschlichen Körpers. Eine größere Zahl solcher Fasern — z. B. 500 im Sartorius des Frosches wird durch Bindegewebe zu einem Muskelindividuum der Anatomie verbunden. Das Bindegewebe der Muskeln und ebenso das Sarkolemm der einzelnen Faser ist für Wasser und die in ihm gelösten Stoffe im allgemeinen leicht durchgängig; kolloidale Körper wie Eiweiß, Dextrine und dgl. dringen dagegen schwer oder gar nicht ein. Das Protoplasma der Muskelfasern ist entweder zum größten Teil in Fibrillen differenziert — protoplasmaarme, helle, meist auch blasse Fasern —, oder es findet sich neben den Fibrillen viel undifferenziertes Sarkoplasma — protoplasmareiche, trübe, meist rote Fasern. Die beiden Faserarten haben verschiedene Eigenschaften, die trüben Fasern namentlich einen trägeren Ablauf der Erregung. Knoll fand, daß die Augenmuskeln, die Kaumuskeln, das Zwerchfell vorwiegend aus trüben Fasern bestehen; protoplasmareich sind auch die Muskeln des Herzens. Wahrscheinlich steht diese Beschaffenheit mit der andauernden Arbeitsleistung in Zusammenhang.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1911

Authors and Affiliations

  • M. von Frey
    • 1
  1. 1.Universität WürzburgDeutschland

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