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Die zivile und die militärische Unfallfürsorge

Studie
  • Albert Köhler
Part of the Veröffentlichungen aus dem Gebiete des Militär-Sanitätswesens book series (VGMS)

Zusammenfassung

In einem Beitrage zur Geschichte der sozialen Wohlfahrtseinrichtungen1) habe ich darauf hingewiesen, daß diese kaum 25 Jahre alten Gesetze allerdings eigentlich noch keine „Geschichte“ haben können, daß wir aber als ihre Vorläufer und Vorbilder die in manchen industriellen Betrieben z. B. in Bergwerksgegenden seit Jahrhunderten bestehenden Einrichtungen der Knappschaftskassen oder Bruderladen und die Bestimmungen über die Versorgung invalider Mannschaften ansehen können, Bestimmungen, die sich zum Teil schon in den großen Heeren des Römischen Weltreiches nachweisen lassen. Die mannigfachen Beziehungen, die heute zwischen den sozialen Wohlfahrtsgesetzen, speziell zwischen dem Unfallversicherungsgesetze und dem Militärpensionsgesetze bestehen, hat Paalzow im Jahre 1899 einer eingehenden und interessanten Besprechung unterzogen2), und wenn ich es unternehme, im folgenden dasselbe Gebiet zu bearbeiten, so kann diese Arbeit nur eine Bestätigung, höchstens noch eine Erweiterung dessen liefern, was Paalzow als erster darüber mitgeteilt hat. Die Kombination einer langjährigen militärärztlichen Dienstzeit mit der seit 8 Jahren durchgeführten sehr intensiven praktischen und theoretischen, d. h. lehrenden Tätigkeit auf dem Felde der „Unfallheilkunde“ oder der „Sozialen praktischen Medizin“ (Thiem), der „Sozialwissenschaftlichen Medizin“ (Müller), der „Versicherungsrechtlichen Medizin“ (Haag und Stolper) oder „Versicherungsmedizin“ (Baehr), kurz der Unfallversicherungspraxis hat mir doch eine große Menge Erfahrungen über jene Beziehungen gebracht, deren Mitteilung vielleicht nicht ohne Interesse und praktischen Wert sein dürfte. Aus vielen Gründen, deren Aufzählung und Erklärung hier zu weit führen würde, hat schon die ärztliche Behandlung der Unfallkranken besondere und andere Aufgaben, als die Therapie im allgemeinen; sie hat schon darin viel Aehnlichkeit mit der Behandlung kranker und verletzter Soldaten. Ja, man kann in den Einrichtungen zur Behandlung kranker und verletzter Soldaten, der Pension bei Dienstbeschädigung und bei Invalidität durch die Länge der Dienstzeit, sowie in den ganz ähnlichen Einrichtungen der alten Knappschaften mit Krankengeld, Pension oder Gnadengeld und „Leibgedinge“ schon recht alte Vorbilder für die z. Z. als kaum durchführbar angesehene Vereinigung der 3 großen Gruppen der sozialen Wohlfahrtsgesetze, der Kranken-, Unfall- und Invaliden-Versicherung sehen.

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Literatur

  1. 1).
    Festschrift für Esmarch. Deutsche Zeitschr. f. Chir. Bd. 67.Google Scholar
  2. 2).
    Monatsschr. für Unfallheilkunde. 1899. Heft 2.Google Scholar
  3. 1).
    S. R. Müller, Aerztl. Sachv.-Zeit. 1898. No. 18 und Paalzow, Ebenda. No. 21, 20.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1906

Authors and Affiliations

  • Albert Köhler

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