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Beitrag zur Kenntnis der Myositis ossificans traumatica

Part of the Veröffentlichungen aus dem Gebiete des Militär-Sanitätswesens book series (VGMS)

Zusammenfassung

Die auf ein Trauma hin zustande kommende Knochenbildung innerhalb eines Muskels ist vor allem in histogenetischer Beziehung noch Gegenstand lebhafter Erörterungen. Wenn, wie dies fast durchweg geschieht, ätiologisch eine scharfe Trennung der einmaligen Gewalteinwirkung von dem öfter wiederkehrenden Trauma, dem „Berufstrauma“ gemacht wird, so darf hierbei nicht übersehen werden, daß es nicht immer möglich ist, eine solche Unterscheidung streng durchzuführen. Die Bildung eines „Reitknochens“ in den Adduktoren kann sowohl die Folge einer Summe von Schädigungen sein, die diese Muskelgruppe fortgesetzt beim Reiten erleidet, oder sie erfolgt nach einer gewaltsamen Anstrengung des Reiters, auf durchgehendem Pferde, beim Nehmen eines Hindernisses u. dgl. sich im Sattel zu halten (Favrier, Orlow). In letzterem Falle aber ist es oft unmöglich zu sagen, wie weit das einmalige Trauma, wie weit andere voraufgegangene verantwortlich zu machen sind. Ein Bajonettstoß trifft den linken Oberarm des fechtenden Soldaten immer an derselben Stelle. Es wird vielfach nicht festzustellen sein, ob das im Brachialis internus zur Entwickelung kommende Osteom lediglich auf einen einmaligen heftigen Stoß oder auf eine ganze Anzahl leichterer und schwererer Stöße zurückzuführen ist. Der Effekt solcher einmaliger oder wiederholter Verletzungen ist ja auch kein verschiedener: es kommt im Verlauf einiger Wochen in dem getroffenen Muskel zu einer Knochenbildung, die entweder vollkommen frei in der Muskulatur gelegen ist oder mit schmalerem oder breiterem Stiel dem unterliegenden Knochen aufsitzt. Weder bewirkt das einmalige Trauma stets eine mit dem Periost zusammenhängende oder von ihm ausgehende Ossifikation, noch hat der wiederholte Insult immer eine intramuskulär zur Entwickelung kommende Knochenbildung zur Folge — wie dies mehrfach behauptet worden ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1906

Authors and Affiliations

  • Graf
    • 1
  1. 1.DüsseldorfDeutschland

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