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Das Stehen pp 344-376 | Cite as

Allgemeines über den Muskeltonus, speziell über sein Verhalten bei kleinhirnlosen Tieren

  • G. G. J. Rademaker
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 59)

Zusammenfassung

Der Gedanke, daß das Kleinhirn die Muskelkraft weitgehend beeinflußt, wurde zum ersten Male fast gleichzeitig von Klinikern und Physiologen geäußert. Im Jahre 1861 kamen Leven u. Olliver, (164) auf Grund von Beobachtungen bei 76 Fällen von Kleinhirnerkrankung zu der Annahme, daß die Bewegungsstörungen bei Kleinhirnkranken auf einer Muskelschwäche beruhen. Zu gleichem Schluß kam 1864 Luys an Hand eines Materials von 100 Fällen. Er führt die Hauptsymptome der Kleinhirnerkrankung auf einen allgemeinen Schwächezustand und eine progressive Abnahme der Muskelkraft zurück. „Keine Lähmung, sondern Asthenie.“ Im selben Jahre gibt Poincaré (227) eine ganz ähnliche Beschreibung der Kleinhirnsymptome und vergleicht die Muskel- und Körperschwäche dieser Kranken mit derjenigen bei progressiver Paralyse. Unter den Experimentatoren hat als erster Dalton (1861) auf das Zurückbleiben einer allgemeinen Schwäche nach partieller Kleinhirnexstirpation, auch wenn die starken Motilitätsstörungen schon geschwunden sind, hingewiesen. Weir-MitCHELL (325) setzte die Untersuchungen Daltons fort, machte bei einer großen Anzahl Tauben partielle Kleinhirnexstirpationen, injizierte Quecksilber ins Kleinhirn und bepinselte die Kleinhirnoberfläche mit Eisenchlorid, Kantharidentinktur usw. Auf seine Beobachtungen gestützt kam er zu der Auffassung, daß das Kleinhirn ein Verstärkungsorgan sei, eine Energiequelle für Spinalzentren hinsichtlich der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen. Diese Theorie hat sich jedoch erst durch die schönen Untersuchungen Lucianis an Hunden und Affen viele Anhänger erworben.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1931

Authors and Affiliations

  • G. G. J. Rademaker
    • 1
  1. 1.Reichsuniversität LeidenHolland

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